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Graz-Wahl 2026: Bleibt alles beim Alten?

Steiermark Newsletter
01.01.2026 10:45

Auf die Gemeinderatswahl an der Mur schaut im heurigen Jahr wieder ganz Österreich: Kann die Kommunistin Elke Kahr das Bürgermeisteramt verteidigen? Eine Analyse der „Steirerkrone“.

Keine Nationalrats-, Landtags- oder Europawahl im heurigen Jahr, und doch blickt man in den steirischen Parteizentralen mit einiger Nervosität einem Urnengang entgegen, der auch österreichweit Beachtung finden wird: Im Herbst wählt Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, einen neuen Gemeinderat. Seit beim letzten Votum im Jahr 2021 an der Mur kein Stein auf dem anderen blieb, stellt sich die große Frage: Wird die kommunistische Bürgermeisterin, die vor fünf Jahren die jahrelang regierende Nagl-Volkspartei von Platz eins verdrängt hatte, noch einmal zulegen können? Oder ist der dunkelrote Lack längst ab?

Nun, unter dem Uhrturm ist aktuell nichts von Wechselstimmung zu bemerken. Im Gegenteil, wenn nichts Gröberes passiert, ist Elke Kahr ein neuerlicher Sieg nicht zu nehmen. „Krone“-Nachfragen bei Meinungsforschern ergeben ein einheitliches Bild: Die KPÖ, die 2021 um fast 9 Prozentpunkte auf 29 Prozent zulegen konnte, dürfte diesmal die 30-Prozent-Marke knacken. Die Person Kahr an sich ist für viele schon ein wichtiges Wahlmotiv, weil sie als beliebt und authentisch gilt und beim Amoklauf im Juni 2025 auch Krisen-Kompetenz bewies. Dazu kommt das Engagement der Kommunisten für sozial Benachteiligte und leistbaren Wohnraum, das auch bei bürgerlichen Wählern gut ankommt.

Stadtregierung: Doris Kampus, Elke Kahr und Judith Schwentner (v. li).
Stadtregierung: Doris Kampus, Elke Kahr und Judith Schwentner (v. li).(Bild: Christian Jauschowetz)

Was für den zweifelsohne sympathischen ÖVP-Spitzenmann Kurt Hohensinner nichts Gutes verheißt. Nörgelei an der Stadtchefin (Finanzen nicht im Griff, Innenstadt stirbt aus, Wirtschaft leidet etc.) ist zu wenig, um bei den Stadt-Schwarzen das Kreuzerl zu machen, und weder von der schwächelnden Landes- noch von der Bundespartei kann er Rückenwind erwarten. Ob Hohensinner überhaupt einen „Zweier“ vor dem Ergebnis schafft, ist mehr als fraglich . . . 

. . . denn auch wenn Spitzenkandidat René Apfelknab weitgehend unbekannt ist, wird die FPÖ zulegen können – wohl auf Kosten der ÖVP. 15 bis 20 Prozent könnten für die Grazer Blauen drin sein.

Mit einem soliden Ergebnis darf auch Judith Schwentner rechnen. Die grüne Vizebürgermeisterin ist zwar für viele Autofahrer ein rotes Tuch, besitzt in der studentisch geprägten Landeshauptstadt allerdings eine starke Unterstützer-Basis, die sie für ihre rigide Verkehrspolitik feiert.

Einen weitaus schwereren Stand haben dagegen die Roten, die seit Jahren von innerparteilichen Turbulenzen gebeutelt werden. Zuletzt musste Chefin Doris Kampus noch zwei Tiefschläge einstecken: Am Parteitag im Herbst bekam sie nur 73 Prozent Zustimmung, außerdem ist sie seit Kurzem ihren prestigeträchtigen Job als Bezirksvorsteherin von Andritz los. Wird das Resultat der SPÖ im Herbst einstellig, sind Kampus’ Tage als Obfrau gezählt.

Ein Blick in die Glaskugel sei zum Schluss erlaubt: An einer Neuauflage einer Linksregierung wird in der 300.000-Einwohner-Stadt kein Weg vorbeiführen. Ein gutes neues Jahr 2026!

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