Showdown um Waltraud

Ermittlungen eingestellt, Prozess in anderer Sache

Wien
08.12.2025 18:00

Diese Causa brachte die Politik zum Toben. Waltraud P., jener Mann, der zur Frau wurde und damit früher in Pension gehen könnte, wurde auf Wunsch des Innenministers „durchleuchtet“. Nun die Wende: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Vor Gericht verantworten muss sich die 60-Jährige diese Woche allerdings in einer anderen Causa.

Im Herbst sorgte die Exklusivgeschichte der „Krone“ rund um Waltraud P. für internationales Echo. Ex-Rotlicht-Boss Walter änderte sein Geschlecht auf weiblich, um eine fällige Haftstrafe in einem Frauengefängnis absitzen zu können. Als „netter Nebeneffekt“ kam nach dem Geschlechtswechsel ein Schreiben der Pensionsversicherungsanstalt: Der 60-Jährige könne als nunmehrige Sie rund vier Jahre früher in Pension gehen.

Innenminister wollte Waltraud „genau durchleuchten“
Die Politik sah sich aufgrund des Aufschreis – da Waltraud mit Muskeln und Glatze wenig aussah wie eine Frau – auf den Plan gerufen und witterte Sozialbetrug. „Waltraud wird derzeit ganz genau durchleuchtet“, sagte Innenminister Gerhard Karner. Auch die ehemalige grüne Abgeordnete Faika El-Nagashi schaltete sich ein und brachte eine Strafanzeige in der Causa ein.

Gegen Waltraud P. wurde wegen Beweismittelfälschung und Sozialbetrug ermittelt.
Gegen Waltraud P. wurde wegen Beweismittelfälschung und Sozialbetrug ermittelt.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Kein strafbares Verhalten nachweisbar
Somit ermittelte das Bundeskriminalamt wegen des Verdachts der Beweismittelfälschung und des Sozialbetrugs. Nun der Paukenschlag: Da kein „strafbares Verhalten mit der für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit nachweisbar ist“, wurden die Ermittlungen gegen Waltraud nun eingestellt. Für Waltraud war das Ergebnis absehbar. „Es war nichts anderes zu erwarten“, sagt sie. 

Der „Krone“ liegt der Bescheid über die Einstellung der Ermittlungen gegen Waltraud P. vor.
Der „Krone“ liegt der Bescheid über die Einstellung der Ermittlungen gegen Waltraud P. vor.(Bild: Krone KREATIV/zVg)

„Ich gehe in neun Monaten in Pension“
Ihre Pension möchte sie als Frau in Anspruch nehmen: „Ich bin und bleibe eine Frau und gehe in neun Monaten in Pension.“ Das Ermittlungsergebnis ist für Waltraud P. außerdem Anlass, Klage gegen all jene einzureichen, die sie öffentlich als Betrügerin dargestellt haben. Da werden wohl einige demnächst Post bekommen.

Jetzt folgt der Showdown 
Wohl auch Waltraud P. selbst von der Stadt Wien, denn der  Geschlechterwechsel ist noch nicht in Stein gemeißelt. Das Standesamt, das ihn erlaubte, will nach dem Aufschrei Waltraud wieder zu einem Mann machen – es sei denn, sie könne beweisen, eine Frau zu sein. „Es gibt keine gesetzliche Grundlage, welche regelt, wie das äußere Erscheinungsbild einer Frau auszusehen hat“, sagt ihr Anwalt Niko Rast. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Diese Woche Gerichtstermin für Waltraud
Und: Noch diese Woche muss sich Waltraud P. im Wiener Landesgericht vor einem Schwurgericht verantworten. Wegen zig Vorwürfen der Wiederbetätigung ...

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