Grenzen verschwimmen

Jeder dritte Österreicher arbeitet in der Freizeit

Österreich
20.02.2014 11:39
34 Prozent der Beschäftigten in Österreich arbeiten auch in der Freizeit. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Manche Betroffenen sehen sich zur Arbeit in der Freizeit verpflichtet, andere können oder wollen nicht abschalten, zeigt der am Donnerstag präsentierte Arbeitsklima-Index der AK. Sogar im Urlaub und im Krankenstand arbeiten 17 bzw. 14 Prozent der Befragten. Jeder Vierte hat auch bereits während einer Pflegefreistellung gearbeitet.

Ein Anzeichen, dass viele Beschäftigte Arbeit und Freizeit nicht mehr trennen, ist, dass 17 Prozent kein privates Handy mehr haben und viele ihr Diensthandy auch privat verwenden. Einen Dienstlaptop haben elf Prozent der heimischen Arbeitnehmer, was dazu führt, dass bereits 36 Prozent außerhalb der Normalarbeitszeit mit Handy oder Laptop arbeiten. Jeder Siebente macht das sogar täglich. Die größte Gruppe tut das aus eigenem Interesse, andere werden sonst mit der Arbeit nicht fertig. Oft wird die Mehrarbeit auch vom Vorgesetzten erwartet.

AK beklagt All-in-Wildwuchs
Die steigende Zahl von All-in-Verträgen begünstigt diese Entwicklungen in der Arbeitswelt. Bereits 18 Prozent sagen, dass sie einen All-in-Vertrag haben. Die Arbeiterkammer sieht in diesen Verträgen viele Nachteile: "Oft leisten die Arbeitnehmer viel mehr Überstunden als durch die Pauschale abgedeckt ist, sodass es zu einer Ansammlung von unbezahlten Überstunden kommt", sagt AK-Oberösterreich-Präsident Johann Kalliauer. All-in-Verträge sollten daher auf das höhere Management beschränkt werden.

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