Wie die Statistiker des sozialen Netzwerks auf einer eigenen Facebook-Seite berichten, zeichnet sich das Aufkeimen einer Beziehung zwischen zwei Nutzern häufig schon hundert Tage vor dem tatsächlichen Beziehungsbeginn online ab. So steige bei gegenseitigem Interesse in den hundert Tagen vor dem Start der Beziehung die Zahl der Chronik-Einträge zwischen zwei Verliebten kontinuierlich an – mit einem Höhepunkt kurz vor dem tatsächlichen Start der Beziehung.
Chronik-Einträge sinken nach Beziehungsstart
Ist der Beziehungsstatus der beiden nunmehr gebundenen Facebook-Nutzer auf "in einer Beziehung" geändert, tun sich weitere interessante Phänomene auf. So fällt die Zahl der gegenseitigen Chronik-Einträge binnen weniger Tage nach Bekanntwerden einer Beziehung auf ein deutlich niedrigeres Niveau als im Vorfeld der Romanze.
In Zahlen ausgedrückt steigert sich die Zahl der Chronikeinträge bei Facebook-Usern vor der Beziehung auf bis zu 1,67 Einträge pro Tag, während die Zahl in den Monaten nach Beginn der Beziehung auf 1,53 Einträge pro Tag sinkt. Dieses Minus liege vor allem daran, dass ein frisch verliebtes Paar vermehrt in der echten Welt miteinander kommuniziere und die Online-Kommunikation einschränke, interpretieren die Facebook-Statistiker die Entwicklung.
Weniger, aber positivere Kommunikation
Interessantes Detail: Zwar sinkt nach dem Beginn einer Beziehung die Zahl der ausgetauschten Nachrichten. Allerdings sind jene Nachrichten, die ausgetauscht werden, im Durchschnitt "fröhlicher" als vor Beginn der Beziehung.
Diese Erkenntnis zieht Facebook aus der Analyse der anonymisierten Kommunikation von Paaren. Demnach häufe sich nach dem Beginn einer Beziehung die Verwendung von Wörtern, die positive Emotionen zum Ausdruck bringen. Negative Emotionen nehmen in den Unterhaltungen dann hingegen einen geringeren Stellenwert ein.
Trennungsrisiko sinkt bei langer Beziehungsdauer
Facebook erkennt nicht nur, wenn eine Beziehung entsteht und wie Paare kommunizieren, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer Trennung. Tatsächlich hänge die sehr stark von der Dauer einer Beziehung ab, so die Facebook-Statistiker. Während Beziehungen in den ersten sechs Monaten ein mit vier bis zehn Prozent vergleichsweise hohes Trennungsrisiko aufweisen, sinkt es mit der Zeit immer weiter. Nach drei bis vier Jahren pendelt es sich zwischen einem und zwei Prozent ein.
Erstaunliches Detail: Die Wahrscheinlichkeit des Beziehungsendes hängt mit dem Zeitpunkt des Beziehungsstarts zusammen. Bei der Analyse der vorhandenen Daten sei man darauf gestoßen, dass Beziehungen, die in bestimmten Monaten beginnen, ein anderes Trennungsrisiko als zu anderen Zeitpunkten begonnene Beziehungen aufweisen. Denkbar sei etwa, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entstandene Beziehungen ein anderes Trennungsrisiko aufweisen als solche, die in guten Zeiten entstanden sind.
Facebook-Nutzung explodiert am Tag einer Trennung
Was nach einer Trennung passiert, weiß Facebook natürlich auch: Die Zahl der Interaktionen im sozialen Netzwerk steigt – und zwar am Tag einer Trennung um sagenhafte 225 Prozent. Auch danach bleibt die Aktivität eines Nutzers auf Facebook höher als zuvor, als er noch in einer Beziehung war.
Auch ein Monat nach einem Beziehungsende ist ein Facebook-User noch aktiver im sozialen Netzwerk als zuvor. Und wer weiß, vielleicht registriert das soziale Netzwerk zu diesem Zeitpunkt ja schon wieder intensivere Chronik-Aktivitäten zwischen dem frischgebackenen Single und jemand anderem, der dessen Schicksal teilt.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.