Colville verwies zudem darauf, dass die Rechtsprechung in der Türkei in diesem Bereich bereits 2007 verschärft worden sei: "Seit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes wurden mutmaßlich etwa 37.000 Internetseiten aufgrund von gerichtlichen Verfügungen oder Verwaltungsbeschlüssen blockiert."
Das umstrittene Gesetz zur Internetkontrolle war erst kürzlich vom türkischen Parlament verabschiedet worden und würde der Regierung unter anderem das Recht geben, Internetseiten ohne vorherigen Gerichtsbeschluss zu sperren. Dafür reicht der Verdacht auf beleidigende, diskriminierende oder die Privatsphäre verletzende Inhalte. Journalisten- und Juristenverbände in der Türkei sowie die Europäische Union hatten das Gesetz scharf kritisiert.
Der türkische Präsident Abdullah Gül deutete an, das Gesetz nicht in unveränderter Form zu unterzeichnen. "Es gibt ein oder zwei problematische Passagen", sagte er vor Journalisten - und schob hinterher: "Wir arbeiten an ihnen." Der Staatschef muss bis zum 21. Februar entscheiden, ob er das Gesetz passieren lässt oder zur Neuberatung ans Parlament zurückschickt.









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