Mi, 20. Juni 2018

Weißer Tod

21.02.2006 15:26

Schneemassen fordern wieder Tote

Schnee-Tragödien in den Alpen: Bei mehreren Lawinenunglücken in der Schweiz, Frankreich und Italien sind binnen weniger Stunden mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Ein Schneebrett tötete in den Schweizer Alpen drei Männer aus Oberbayern. Zwei Skifahrer der fünfköpfigen Gruppe konnten sich aus den Schneemassen befreien, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) in München mitteilte. Die Tourengeher waren am Montag in Val Acletta in Disentis (Kanton Graubünden) von einer Lawine verschüttet worden. Damit sind allein in der Schweiz in diesem Winter bei Lawinenunglücken mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Zwei Opfer des Unglücks im Alter von 32 und 35 Jahren kommen aus München. Der dritte Lawinentote ist 37 Jahre alt und stammt aus Gaimersheim bei Ingolstadt. Nach den LKA-Angaben hatte sich am Montagnachmittag außerhalb der gesicherten Skipiste ein 80 mal 200 Meter großes Schneebrett gelöst und die Skiläufer erfasst. Alle waren nach Angaben der Schweizer Behörden mit Lawinensuchgeräten ausgerüstet. Einer der Überlebenden habe mit dem Handy die Rettungskräfte alarmiert. An dem Einsatz in rund 2000 Metern Höhe waren drei Hubschrauber, drei Suchhunde, Ärzte und zahlreiche Retter des Schweizerischen Alpenclubs beteiligt.

Brite in Frankreich ums Leben gekommen
In den französischen Alpen bei Ubaye wurde am Dienstag ein britischer Schneewanderer durch eine Lawine getötet. Seit Beginn des Winters wurden damit bereits 31 Menschen in den französischen Alpen Opfer von Lawinen. Allein am Montag kamen vier Menschen um. Bei Isola und bei Pra-Loup wurden Skifahrer außerhalb der Pisten von Schneemassen mitgerissen. Eine 21-jährige Niederländerin wurde bei Corbier unter Schneemassen tot gefunden. Bei Confolens wurde eine 20-jährige Wanderin von meterdicken Schneemassen begraben. Ihr von der Lawine ebenfalls erfasster Begleiter konnte sich an einem Baum festhalten und retten.

Ungarische Höhlenforscher in Italien verschüttet
In den italienischen Alpen kamen bei Udine zwei ungarische Höhlenforscher bei einem Lawinenunglück ums Leben. Die Toten, ein 33-jähriger Mann und eine 30 Jahre alte Frau, wurden am Dienstag von Rettungskräften des italienischen Zivilschutzes entdeckt. Ein dritter Höhlenforscher, der die Retter alarmiert hatte, war der Lawine unverletzt entkommen. Die drei Forscher hatten sich am Montag von ihrer insgesamt zehnköpfigen Gruppe getrennt, die eine Höhle im Berg Bila Pec erforschen wollten. Sieben Ungarn befanden sich nach Angaben der Behörden am Dienstag noch in der bis zu 800 Meter tiefen Höhle und hatten vermutlich nichts von dem Unfall bemerkt.

Wie der Überlebende berichtete, ereignete sich das Unglück beim Abstieg. Einer ersten Lawine habe die kleine Gruppe entkommen können. Kurz darauf habe eine zweite Lawine die drei Ungarn überrollt und unter meterhohem Schnee begraben. Er habe sich selbst nach drei Stunden befreien können, schilderte der Mann. "Sein Kopf war nicht bedeckt, so gelang es ihm, herauszukommen. Ein Kontakt zu den anderen Forschern war nach Angaben der Helfer zunächst nicht zu Stande gekommen.

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