07.12.2013 15:34 |

Seltsames Gebaren

OSV-Verbandstag kurz nach Beginn abgebrochen

Der außerordentliche Verbandstag des österreichischen Schwimmverbandes (OSV) am Samstag im Wiener Hotel Marriott hat mit dem Abbruch durch die geschäftsführende OSV-Vizepräsidentin Birgit Fürnkranz-Maglock nach nicht einmal einer Stunde ein unerwartetes Ende genommen. Damit nicht genug, wurde rund zwei Stunden später Fürnkranz-Maglock vom OSV-Vorstand als Präsidiumssprecherin abgesetzt.

Die Vorstandsbesprechung fand sofort im Anschluss an den abgebrochenen Verbandstag statt, Fürnkranz-Maglock war aus eigener Entscheidung nicht dabei. "Die Emotionen waren da einfach zu groß", erklärte sie dazu danach. In ihrer Abwesenheit wurde von den verbliebenen Vorstandsmitgliedern einstimmig beschlossen, mit Peter Putzgruber einen anderen der drei Vizepräsidenten als neuen OSV-Sprecher einzusetzen. "Birgit Fürnkranz-Maglock hat den außerordentlichen Verbandstag ohne Besprechung mit den Vorstandsmitgliedern im Alleingang abgebrochen", erklärte Putzgruber. "Wir werden schauen, dass wir das Schiff OSV, das knapp am Untergehen ist, wieder in befahrbare Gewässer bringen."

"Der OSV muss von Grund auf erneuert werden"
Danach wurde in einer unter anderem gegen Fürnkranz-Maglock verfassten OSV-Mitteilung die zwischen ihr und dem Rest des OSV-Vorstands länger bestehende Kluft offenbar. "Taktier-Spiele, die ausschließlich persönlichen Interessen dienen und wichtige Restrukturierungen im OSV verhindern, können vom geschäftsführenden Vorstand im Sinne des Verbands nicht hingenommen werden." Interessanterweise begründete Fürnkranz-Maglock den Abbruch des Verbandstags ebenfalls mit nötigen internen Umstrukturierungen . "Der OSV muss von Grund auf erneuert werden", erklärte sie und schloss damit an ihre Eröffnungsworte an, in denen sie betont hatte, dass der Sport im OSV wieder in den Vordergrund gestellt werden müsse.

Dass der Abbruch überhaupt möglich geworden war, lag an einem von 13 Vereinen durch Thomas Krankl eingebrachten Antrag. Der per Vollmacht mit den Stimmen von SC Austria Wien ausgestattete Anwalt führte aus, dass zumindest diese 13 Vereine nicht ordnungsgemäß über die Abhaltung des ao. Verbandstags verständigt worden waren, was ein unbehebbarer Mangel sei. "Zum Verbandstag ist mangelhaft eingeladen worden", führte Krankl in seiner Stellungnahme aus und meinte, dass die betroffenen Vereine ihr Antragsrecht damit nicht in vollem Umfang hätten wahrnehmen können. "Dadurch ergibt sich eine Anfechtbarkeit sämtlicher Beschlüsse, die hier gefasst werden."

"Ich möchte nicht eine neue Prozessflut für den OSV"
Der Antrag wurde beispielsweise vom Wiener SC Diana unterstützt: "Ich habe erst Ende November vom Verbandstag erfahren. Sie haben mir das Recht genommen, hier etwas einzubringen", sagte Diana-Vertreter Andreas Steiner. Hatte Fürnkranz-Maglock dennoch zunächst betont, dass die Einladungen fristgerecht verschickt worden waren, schwenkte sie nach heftigen Diskussionen um. "Man kann für einen Neuanfang nicht mit alten Fehlern beginnen", erklärte sie. "Der OSV ist ohnehin mit einer Fülle von Prozessklagen behaftet. Ich möchte nicht eine neue Prozessflut für den OSV. Aus diesem Grund sehe ich mich gezwungen, den Verbandstag abzubrechen. Unter diesen Umständen bin ich nicht bereit, ihn weiterzuführen."

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