Die schlechte Bewertung des Testverlierers resultiert nicht nur aus schmalen Stellflächen, unübersichtlichen Parkdecks und scharfkantigen Beschlägen an den Bordsteinen, die Reifenschäden verursachen können. "Speziell die steilen Rampen führten zu einer starken Abwertung - diese konnten teilweise nicht in einem Zug befahren werden", hält ÖAMTC-Verkehrstechniker Markus Schneider fest.
Nur ein weiteres Parkhaus, der CarPark Cristal in München, wurde ebenfalls mit "sehr mangelhaft" bewertet, wurde aber als benutzerfreundlicher eingestuft. Insgesamt erhielt kein einziger der Testkandidaten die Note "sehr gut". Nur zehn wurden für "gut" befunden.
Der Großteil der begutachteten Parkhäuser, nämlich 39 von 60, bekam das Urteil "ausreichend" ausgestellt. Neun Häuser schnitten "mangelhaft" und zwei "sehr mangelhaft" ab. Die Bestandsaufnahme in 15 Städten gibt Auskunft über Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit, Befahrbarkeit sowie Tarifgestaltung der einzelnen Parkhäuser.
Der Testsieger "Opera" aus Zürich, erst vergangenes Jahr eröffnet, punktet mit komfortablen Parkplätzen in schräger Anordnung, einem dynamischen Parkleitsystem, Helligkeit und Sicherheitspersonal vor Ort.
Abenteuer Parkhaus
Der Besuch eines Parkhauses kann sich von der Einfahrt bis zum Stellplatz abenteuerlich gestalten. Viele der Testkandidaten erwarten ihre Kunden bereits mit zu schmalen Einfahrten. Geeignete Pendelbalken zur Höhenkontrolle fehlen bei einem Drittel der getesteten Parkhäuser. Einige Fahrer werden erst durch einen dumpfen Schlag an ihre Gepäckbox oder Fahrräder auf dem Dach erinnert, so der ÖAMTC.
Ist man erst einmal im Inneren des Parkhauses, fordern meist schmale Rampen das fahrerische Geschick des Lenkers. Bei über der Hälfte der Testkandidaten sind sie nicht durchgehend mit Schrammborden ausgestattet. Fehlanzeige herrscht auch bei der Nummerierung von Parkplätzen: Orientierungshilfe bietet nur knapp die Hälfte der Garagen. Dynamische Parkleitsysteme gibt es bei rund einem Viertel der Testkandidaten nicht.
Hat man einen Stellplatz gefunden, ist dieser meist sehr schmal - mit der Folge möglicher Beschädigung des eigenen oder benachbarter Fahrzeuge. Bei mehr als einem Drittel der Parkhäuser beträgt die Stellplatzbreite nur rund 2,30 Meter - auch in Österreich ein häufiges Problem. Vorsichtig sollte man nicht nur beim Aussteigen aus dem Auto, sondern auch auf dem Weg zum Ausgang sein: markierte Wege für Fußgänger sind bei knapp zwei Drittel der Parkgaragen nicht vorhanden. Teilweise lohnt es sich, bei seinen Erledigungen die Zeit im Auge zu behalten, denn 45 Prozent der getesteten Garagen berechnen ihre Tarife im wenig kundenfreundlichen 60-Minuten-, beim überwiegenden Teil aber im 30-Minuten-Takt. Nur in Spanien wird minütlich abgerechnet.
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