30.07.2013 10:07 |

Neue Studie zeigt:

Onlinepornos beliebter als Facebook, Twitter & Co.

Die Ankündigung des britischen Premiers David Cameron, Englands Provider müssen künftig Onlinepornos standardmäßig filtern und Kunden die Abschaltung der Filter explizit verlangen, bewegt das Web. Jetzt zeigt eine neue Studie, wie groß das Thema Pornografie im Internet tatsächlich ist. Sie ist die zweitliebste Onlinebeschäftigung der Briten, weit vor sozialen Netzwerken oder Nachrichtenseiten. In Deutschland sind Pornos sogar noch beliebter - und auch Österreich ist keine Insel der Seligen.

Nur Suchmaschinen werden in England häufiger besucht als Pornoseiten, die laut einer im Auftrag der britischen Zeitung "Guardian" durchgeführten Studie des Markt- und Meinungsforschers Similarweb soziale Netzwerke, Einkaufsportale und Nachrichtenseiten auf die Plätze verweisen. Selbst E-Mail-Anbieter ziehen weniger Internet-Traffic auf sich als die Schmuddelportale des World Wide Web.

Deutsche sind Porno-Weltmeister
In England sind 8,5 Prozent des Internetverkehrs pornografischer Natur – damit liegen die Briten fast ein Prozent über dem weltweiten Durchschnitt von 7,65 Prozent. Weltmeister beim Aufruf von Erwachsenenfilmchen sind allerdings die Deutschen.

Rund ein Achtel des gesamten Internetverkehrs in Deutschland wird durch Sexfilme verursacht, heißt es in der Studie. Silber geht an Spanien mit rund 9,6 Prozent, Bronze holen die bereits erwähnten Briten. Knapp dahinter: die USA, Irland, Frankreich und Australien.

Jede zehnte Top-Website in Österreich zeigt Sex
Wie es hierzulande um den durch Pornos verursachten Traffic steht, wurde in der Studie leider nicht erhoben. Allerdings gibt der Webanalyse-Dienst Alexa Aufschluss über die beliebtesten Websites in verschiedenen Ländern, darunter auch Österreich.

In der Liste der beliebtesten Websites Österreichs kommt auf Platz 18 das Schmuddelportal "xHamster's Free Porn Videos" – noch vor dem Onlinemarktplatz eBay. Innerhalb der Top 50 der beliebtesten Websites Österreichs handelt es sich bei jeder zehnten Homepage um eine Pornoseite.

Internetnutzer scheinen Pornos zielgerichtet zu suchen
Wie Similarweb berichtet, ist es dabei nicht so, dass die Internetnutzer durch Zufall über diese Pornoseiten stolpern. Vielmehr scheinen sie gezielt danach zu suchen. Die Analyse der Top-20-Suchanfragen auf Google.co.uk fördere nämlich zutage, dass ein Viertel der Websites, die am häufigsten in den Suchergebnissen angeklickt werden, Sexseiten sind. Der größte Profiteur von schlüpfrigen Suchanfragen sei demnach ein Portal namens "Pornhub". Jede hundertste Google-Suchanfrage führt in England dorthin.

Die Similarweb-Studie und das Alexa-Ranking zeigen: Onlinepornografie ist keine Nischenerscheinung, sondern in vielen Ländern – auch in Österreich - Alltag. Die Internetnutzer scheinen zielgerichtet nach den Erwachsenenfilmen im Web zu suchen. Ob ein Pornofilter, wie er nun in England eingeführt werden soll, die richtige Reaktion darauf ist, wird sich zeigen.

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