10.07.2013 14:38 |

Speicherbedarf

So viel Platz würden die Daten der NSA benötigen

Ob E-Mail, Skype-Telefonat oder Facebook-Posting: Die Menge der im Rahmen des PRISM-Spähprogramms durch die NSA zu speichernden Daten ist enorm - und zwar so enorm, dass es die Vorstellungskraft vieler sprengt. Der Website "OpenDataCity" ist es dennoch gelungen, das gesamte Ausmaß der US-Datenspionage eindrucksvoll zu veranschaulichen.

"OpenDataCity" beruft sich bei seinen Berechnungen auf einen Bericht der öffentlichen Hörfunksender National Public Radio, dem zufolge das neueste und bislang größte Datenzentrum der NSA im US-Bundesstaat Utah bis zu fünf Zettabyte an Daten speichern kann. Ein Zettabyte entspricht einer Milliarde Terabyte oder den Daten von 250 Milliarden DVDs, wie der Netzwerkausrüster Cisco vorrechnet.

Genug Kapazität jedenfalls, um laut William Binney, einem ehemaligen technischen Direktor der NSA, "zumindest 100 Jahre der weltweiten Kommunikation zu speichern und dann noch genügend Platz für die Verarbeitung dieser Daten zu haben". Allein 100 Techniker sollen rund um die Uhr damit beschäftigt sein, den 1,2 Milliarden Dollar teuren Komplex mit seinen Hochleistungsrechnern zu warten. Für deren Kühlung seien demnach täglich mehr als 5,5 Millionen Liter Wasser notwendig, der Strombedarf entspreche dem von 65.000 US-Haushalten.

Wohlgemerkt: Das 1,5 Millionen Quadratmeter große Datenzentrum in Utah ist nur eines von vielen der NSA. Um den enormen Speicherbedarf zu decken, baut der US-Geheimdienst dem Bericht nach bereits eine weitere Serverfarm in der Nähe seines Hauptquartiers im Bundesstaat Maryland. Diese soll jedoch nur zwei Drittel der Fläche des Komplexes in Utah haben.

17 Millionen Quadratkilometer für Aktenschränke
Doch wie lässt sich dessen Speicherbedarf nun veranschaulichen? "OpenDataCity" nahm die mögliche Gesamtkapazität von fünf Zettabyte und stellte diesen Wert dem Platzbedarf eines Aktenschranks gegenüber: "Unter der Annahme, dass ein Aktenschrank 0,4 Quadratmeter Platz benötigt und 60 Aktenordner (= 30.000 Seiten Papier), also etwa 120 MB Daten, fassen kann, würde das Utah-Rechenzentrum ausgedruckt etwa 17 Millionen Quadratkilometer Platz verbrauchen", rechnet die Website vor.

Wie groß diese Fläche wäre, wird anhand einer Weltkarte demonstriert, auf der sich von Berlin ausgehend hinauszoomen lässt, bis die für die NSA-Aktenschränke benötigte Fläche weite Teile Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens umfasst. Damit könne die NSA, so ein abschließender Vergleich der Website, fast eine Milliarde Mal mehr Daten erfassen als die – zu ihrer Zeit ebenfalls nicht gerade zimperliche – Stasi der DDR.

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