Die oststeirische Gemeinde Söchau wird mit Jahreswechsel ein Ortsteil der Stadt Fürstenfeld. Die Fusion ging in Rekordzeit über die Bühne. Folgen bald weitere Zusammenschlüsse in der Steiermark? Der Fürstenfelder Bürgermeister ist davon überzeugt.
Seit der großen Reform 2015 gab es nur eine weitere Gemeindefusion in der Steiermark: 2020 teilte sich Murfeld auf St. Veit in der Südsteiermark und Straß auf. Ein geplanter Zusammenschluss der Städte Voitsberg und Bärnbach scheiterte hingegen, weil sich die Bärnbacher Bevölkerung dagegen aussprach.
In der Silvesternacht verändert sich die Landkarte der Steiermark aber erneut: Söchau wird ein Ortsteil von Fürstenfeld. Das Thema kam erst im Frühsommer aufgrund der Budgetlage in Söchau auf, rekordverdächtig schnell wurde die Fusion über die Bühne gebracht. „Es ist alles vorbereitet“, gibt sich Fürstenfelds Bürgermeister Franz Jost (ÖVP) zuversichtlich, dass die Bürger keinen Umbruch merken werden. Die größte Herausforderung sei die Zusammenführung der unterschiedlichen EDV-Systeme gewesen.
Gemeinderäte lösen sich auf
Alle Söchauer Gemeindemitarbeiter werden übernommen, im neuen Ortsteil bleibt das Bürgerservice, das stets mit zwei Personen besetzt sein soll. Die Gemeinderäte lösen sich auf, bis zur Neuwahl im März führt Jost als Regierungskommissär die Geschäfte. Seine Beisitzer sind der Fürstenfelder Vizebürgermeister Roland Gogg und der bisherige Söchauer Ortschef Josef Kapper, der kein Freund der Fusion war und ist, sich letztlich aber beugte.
Gefeiert wird die „Gemeinde-Heirat“ am Neujahrstag bei einer Sternwanderung. Am Nachmittag kommen die Bewohner aus allen Ortsteilen zusammen, um auf das neue Jahr anzustoßen. Für Ende Jänner oder Anfang Februar ist eine Bürgerinformations-Veranstaltung in Söchau geplant.
Bezirkshauptstadt Hartberg gerät unter Druck
Indem Fürstenfeld künftig mehr als 10.000 Einwohner hat, steht der Stadt jährlich weit mehr als eine Million Euro aus Mitteln des Bundes zur Verfügung. Und der Einwohner-Vorsprung auf die eigentliche Bezirkshauptstadt Hartberg wird größer, was die Hartberger zusätzlich unter Druck setzt.
Andere Bürgermeister hätten sich bei Jost schon über die Vorgänge erkundigt, erzählt er. „Bei vielen ist die Zeit aber noch nicht reif.“ Jost ist dennoch überzeugt, dass in den nächsten Jahren weitere Gemeindefusionen folgen werden.
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