Die Entscheidung naht: Bei Gemeinderatssitzungen heute Abend (19 Uhr) wird in Fürstenfeld und Söchau über eine Fusion der beiden Kommunen mit Jahreswechsel abgestimmt. Die Würfel scheinen längst gefallen, glaubt auch der skeptische Söchauer Ortschef.
Das Telefon klingelt bei Josef Kapper derzeit im Minutentakt, alle wollen mit dem Söchauer ÖVP-Bürgermeister sprechen. Eine Lawine ist in den vergangenen Wochen quasi über ihn hereingebrochen. Zuerst brachte die lokale SPÖ angesichts der hohen Schulden der Gemeinde – die Rede ist von 3,5 Millionen Euro – eine Fusion mit der Nachbarstadt Fürstenfeld ins Spiel. Dessen Bürgermeister Franz Jost nahm den Ball dankbar auf, und die Sache war nicht mehr aufzuhalten.
In der Vorwoche fanden zwei Bürgerversammlungen in Söchau statt. Die Stimmung: überraschend pro Zusammenlegung. „Auch beim zweiten Termin, wo die Bewohner der ländlicheren Katastralgemeinden eingeladen waren“, berichtet Kapper. Das Hauptargument: Geld! Jost verspricht hohe Investitionen in Söchau, zudem würde Fürstenfeld die 10.000-Einwohner-Marke knacken und mehr Ertragsanteile vom Bund erhalten. Das scheint viele zu überzeugen.
Zwei ÖVP-Mandatare scheren aus
Was Kapper besonders schmerzt: Zwei junge Gemeinderäte „seiner“ ÖVP stimmen sicher für die Fusion, gemeinsam mit der SPÖ und den Grünen scheint die Mehrheit damit sicher. „Die Sache ist gelaufen“, resigniert Kapper, der eigentlich auch eine Bürgerbefragung wollte, dafür aber keine Mehrheit finden wird.
Der Zeitdruck ist hoch, die Fusion soll ja schon mit 1. Jänner 2025 über die Bühne gehen – rechtzeitig vor der Gemeinderatswahl am 23. März. Kapper selbst wird mit Jahresende seine politische Karriere beenden – nach 14 Jahren im Bürgermeisteramt und kurz vor seinem 60. Geburtstag. „Den Job eines Ortsvorstehers als Söchau tue ich mir nicht an.“
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