Das gibt es doch nicht! Vor knapp zwei Wochen war Lukas Feurstein beim Weltcup-Super-G in Beaver Creek als Dritter erstmals aufs Stockerl gerast und beendete damit die Podest-Durststrecke der ÖSV-Herren. Knapp zwei Wochen später sorgt der 23-jährige Vorarlberger jetzt erneut für Schlagzeilen – allerdings für keine positiven.
Marko Pfeifer legte am Donnerstagmittag beim Pressetermin im Österreich-Quartier „Dorfer“ in Wolkenstein im Grödnertal die Stirn in Falten und murmelte: „Wir haben kein Glück im Moment.“ Offiziell meinte der Cheftrainer damit den Kreuzbandeinriss von Raphael Haaser im Riesentorlauf von Val d’Isere, die dem Tiroler eine Pause von sechs bis acht Wochen beschert. „Da ist die WM schon fast vorbei“, stöhnte Pfeifer, „das ist eine Katastrophe!“
Im Hinterkopf spukte da freilich schon die nächste Verletzung in Pfeifers Hinterkopf, die erst am Donnerstagnachmittag offiziell gemacht wurde: Lukas Feurstein, der 23-jährige Überraschungsdritte beim Super-G von Beaver Creek, hatte sich am Mittwoch beim Riesentorlauf-Training in Saalbach den Mittelhandknochen gebrochen. Bei einem Richtungstor angeschlagen – und... Aua!
Ein Schock für die gesamte Herren-Mannschaft. Denn der 23-Jährige aus Mellau im Bregenzerwald war eine der großen Hoffnungen für diese WM-Saison. Und der Super-G von Beaver Creek der Durchbruch für das Skitalent: „Mein bislang größter Erfolg“, nickte der Junioren-Weltmeister im Riesentorlauf in Bansko 2021.
Spezialschiene soll Schutz bieten
Mittwochabend liefen die Telefone zwischen Athlet, Trainer, Ärzten und Physiotherapeuten heiß – am Donnerstag machte sich Feurstein trotz gebrochener Hand auf den Weg ins Grödnertal. Bregenzerwälder sind härter, aufgeben ist auch für Lukas keine Option. Für den Weg zum Start beim heutigen Super-G (11.45 Uhr) auf der Saslong musste Lukas jedoch noch einen Stopp in Bozen einlegen. Beim Handschuh-Hersteller Reusch. Dort wurde für den Vorarlberger ein Spezial-Handschuh mit Schiene angefertigt, mit dem er trotz Mittelhandbruch auf den relativ flachen ersten Metern des Super-G im Grödnertal anschieben kann.
Kein Alta Badia?
Das weitere Wettkampf-Programm steht für Lukas Feurstein in den Sternen. Geplant wären der Riesentorlauf in Alta Badia und dann der Super-G in Bormio gewesen. „Ich würde beides gerne fahren. Aber beim Riesentorlauf gibt’s doch mehr Stangenkontakt – und Bormio, ich muss erst schauen, wie’s mir auf der Saslong geht“, stöhnte Lukas, der sich nach Platz drei in Beaver Creek eigentlich (langsam) an die Spitze heranarbeiten und sich das Ticket für die Heim-WM in Saalbach sichern wollte.
Die Ärzte haben für den gebrochenen Mittelhandknochen eine Heilungszeit von sechs Wochen veranschlagt. Da wäre er Ende Jänner wieder fit. Rechtzeitig für die WM...
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