06.05.2013 13:55 |

Unser U17-EM-Star

ÖFB baut Valentino Lazaro als zentralen Hoffnungsträger auf

Als er sich im mit 0:1 verlorenen Eröffnungsspiel der U17-EM gegen die Slowakei auf dem Boden wälzte, herrschte auf der ÖFB-Bank hektische Betriebsamkeit - kein Spieler ist ein so integraler Bestandteil des österreichischen U17-Nationalteams wie Valentino Lazaro. Der 17-jährige Steirer hat sich selbst im Starensemble von Red Bull Salzburg bereits einen Platz verschafft.

Die U17-EM in der Slowakei ist eine große Bühne - mit zahlreichen internationalen Scouts im Publikum. "So ein Turnier kann karriereentscheidend sein", weiß Lazaro. Bereits nach seinem Debüt in der Nachwuchsauswahl sei die Zahl der Anfragen sprunghaft gestiegen. Österreichs vielleicht größtes Mittelfeldtalent will sich vorerst aber bei Salzburg durchsetzen.

"Ich will wieder dorthin kommen, wo ich schon war"
Der Youngster hat sich für die erste Mannschaft und gegen sichere Spielpraxis beim Zweitklub FC Liefering entschieden. "Ich will wieder dorthin kommen, wo ich schon war", betonte Lazaro. In die Stammformation des österreichischen Meisters, ehe ihn Ende Februar gegen Rapid ein Mittelfußknochenbruch stoppte - und sogar um die EM-Teilnahme zittern ließ.

"Für mich ist es optimal, dass ich jetzt hier sein kann", meinte Lazaro. Das Niveau sei hoch, ein bisschen fehle ihm noch die Spielpraxis. Für etwas Besonderes hält er sich nicht, weil er im Gegensatz zu vielen Kollegen bereits Profierfahrung besitzt. "Bei dieser EM sind Spieler dabei, die sogar schon Champions League gespielt haben." Der Kroate Alen Halilovic etwa.

Großer Traum, einmal in der CL gegen Milan zu spielen
Lazaro träumt auch von der Champions League - um dort gegen seinen Lieblingsklub AC Mailand zu spielen. Auch dafür war der Grazer - der Vater stammt aus Angola und die Mutter aus Griechenland - 2011 aus dem Nachwuchs des GAK nach Salzburg gewechselt. Vorerst will er die ÖFB-U17 aber zur WM in die Vereinigten Arabischen Emirate führen.

Trotz seiner Verletzungspause war Lazaro gegen die Slowakei die ordnende Kraft im Mittelfeld, ehe er nach einem Schlag auf die Wade vom Platz musste. "Die Leistung war okay, aber es geht immer noch etwas nach oben", sagte der Mann mit der auffallenden Haarpracht. Er sagt es mit einer Leichtigkeit, mit der er auch auf dem Platz an sein großes Vorbild Ronaldinho erinnert.

Spielwitz für Lazaro und Grbic kein Fremdwort
Mitunter schien Lazaro den Ball sogar etwas zu lange zu halten. Mangelnden Spielwitz kann man ihm aber ebenso wie einer zweiten heißen ÖFB-Zukunftsaktie, Flügelspieler Adrian Grbic vom VfB Stuttgart, nicht unterstellen. Die Scouts auf der Tribüne in Dubnica seien kein Ansporn gewesen, sich besonders in Szene zu setzen, betonten beide.

"Es ist ein schönes Erlebnis, vor so vielen Zuschauern zu spielen", erklärte Grbic, im Vorsommer von Rapid nach Stuttgart gewechselt. "Alles andere versuche ich möglichst auszublenden." Lazaro versicherte: "Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, egal auf welchem Level. Es würde an meinem Selbstvertrauen nagen, wenn ich nicht 100 Prozent bringe."

Die 100 Prozent will er im zweiten Gruppenspiel am Mittwoch (16 Uhr) gegen Schweden bereits wieder abrufen können. Seine Wadenprobleme aus dem Auftaktspiel stellten sich als minimal heraus. "Ich fühle mich gut", beruhigte Lazaro. Das Lächeln scheint der Frohnatur ohnehin niemand nehmen zu können.

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