Jets blieben am Boden

Aufschrei nach „Krone“-Bericht über Eurofighter

Österreich
17.11.2024 15:45

Fast drei Tage lang fiel am Wochenende die Luftraumüberwachung über Österreich aus, ein „Krone“-Bericht deckte die Lücke in der Landesverteidigung auf. Jetzt beginnen die Schuldzuweisungen. 

Just an jenem Wochenende, an dem Russland die Ukraine mit Drohnenangriffen überzog – die nächste schlug 420 km von der österreichischen Grenze entfernt ein – ruhten die Eurofighter: wie die „Krone“ berichtete, fiel aufgrund der Personalknappheit bei den Fluglotsen in Zeltweg die gesamte Einsatzbereitschaft aus, der Luftraum über Österreich war von Freitagmittag bis Montagfrüh ungeschützt. Zahlreiche Leser machten daraufhin im krone.at-Forum ihrem Unmut Luft.

Mussten im Hangar bleiben: intakte Eurofighter, für die es zwar genug Piloten, aber zu wenig ...
Mussten im Hangar bleiben: intakte Eurofighter, für die es zwar genug Piloten, aber zu wenig Flugbetriebspersonal wie Lotsen oder Feuerwehrleute gibt.(Bild: Christian Jauschowetz)

Ministerien geben sich gegenseitig die Schuld
Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es stehe mit seinen Fluglotsen in direkter Konkurrenz mit der zivilen Luftfahrt, in der das Gehaltsniveau deutlich höher sei. Werner Koglers BMKÖS, das für den öffentlichen Dienst zuständig ist, hätte Gehaltserhöhungen blockiert, hieß es. Dort wollte man am Sonntag von den Anschuldigungen nichts wissen: „In den vergangenen Jahren wurde die Drastik dieser Situation in keinem Gespräch seitens des BMLV aufgebracht“, so eine Sprecherin des Ministeriums zur „Krone“. Man sei aber für Gespräche bereit, um zu einer Lösung zu finden. 

Rund 50 Alarmstarts pro Jahr
Am Wochenende waren in Zeltweg, dem einzigen Jet-Stützpunkt des Landes, keine Alarmstarts der Eurofighter möglich, da zu wenige Fluglotsen übrig waren, um Dienst zu verrichten. Diese sollten eigentlich an jedem Tag des Jahres in Einsatzbereitschaft stehen, um bei unbekannten Flugzeugen im Luftraum oder bei Kommunikationsverlust Eurofighter innerhalb von Minuten starten lassen zu können. Einsätze dieser Art kommen im Jahr rund 50 Mal vor.

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