Rapid setzt im Derby auf die Emotionen, den zwölften Mann, schärft die „eigenen Waffen“. Seidl holt sich Tipps vom Bruder, denkt an einen „geilen Moment“.
„Auch wenn ich gesagt habe, dass Hütteldorf brennen soll, heißt das nicht, das wir auswärts Punkte liegen lassen dürfen.“ Das 1:1 in Wolfsberg ärgerte Rapids Lukas Grgic. Wie auch das 1:1 in Klagenfurt, das 0:3 in Linz. In der Fremde pfui, daheim hui
Und nur das zählt heute in Hütteldorf! „Viel spricht dafür, dass wir ein gutes Spiel machen“, nickt Trainer Klauß vor dem 343. Wiener Derby. „Wir haben daheim ein anderes Selbstverständnis.“ Plus die Erinnerungen an das 3:0 im Februar, dem ersten Dreier gegen die Austria nach zwölf sieglosen Duellen. „Es war schon bei der Platzbesichtigung 90 Minuten vor dem Spiel laut. Das habe ich noch nie erlebt“, hatte Matthias Seidl, der damals das 1:0 erzielte, Gänsehaut. „Ein geiler Moment.“
Heute führt er Rapid als Kapitän an, schmunzelt: „Es ist das Spiel der Spiele. Ich habe viele Karten für Familie und Freunde besorgt. Vielleicht hole ich mir auch Tipps von meinem Bruder.“ Simon schoss zum Liga-Auftakt das Goldtor beim 1:0 von Blau Weiß Linz gegen die Austria. Matthias könnte sogar in die Fußstapfen von Schobesberger treten. Denn als Grün-Weiß letztmals zwei Derbys in Folge gewann, war der „Pfitschipfeil“ binnen vier Tagen zweimal (Liga und Cup) der Held. Das war im Jahr 2017, ist lange her.
Jetzt hatte die Klauß-Truppe acht Tage Zeit, sich auf die Austria vorzubereiten. Natürlich wurden auch Standards trainiert, mit vielen Abschlüssen an der Effizienz von Beljo und Co. gefeilt. „Wir wollen die eigenen Waffen schärfen“, ist Grgic der Gegner fast egal. „Wenn wir uns an unseren Plan halten, sollte nichts passieren. Es ist unser Stadion. Beim 3:0 im letzten Derby war die Stimmung schon geisteskrank, da sind die Fans eskaliert.“
„Balance ist wichtig“
Klar, Rapid setzt auf den zwölften Mann (das Allianz-Stadion ist seit Tagen ausverkauft), die Emotionen. Jetzt hat Grün-Weiß auch wieder echte Typen à la Didi Kühbauer im Kader: Guido Burgstaller, Grgic und auch Derby-Debütant Nenad Cvetkovic. Der Serbe nimmt sich auch kein Blatt vor den Mund: „Wir dürfen nicht überdrehen, die Balance ist wichtig. Aber in unserem Stadion hat die Austria keine Chance. Wir wissen, was unseren Fans dieses Spiel bedeutet.“ Die „Auswärtsschwäche“ ist heute egal!
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