Bergdrama in Tirol

Jugendlicher nach Lawinenabgang tot geborgen

Österreich
05.02.2013 11:13
Ein Jugendlicher, der nach einem Lawinenabgang in Tirol seit Montag als vermisst galt, ist am Dienstag tot geborgen worden. Der 16-Jährige war im freien Skiraum von einem Schneebrett erfasst und rund 200 Meter mitgerissen worden. Er trug laut Polizei keinen Lawinenpieps bei sich. Hunderte Einsatzkräfte, darunter das Bundesheer, Lawinensuchhunde sowie ein Hubschrauber hatten sich an der Suchaktion beteiligt.

Der Bursch war in Begleitung eines 14-jährigen Wintersportlers im Gemeindegebiet von Jochberg (Bezirk Kitzbühel) unterwegs gewesen. Die Jugendlichen waren gegen 15.30 Uhr in einen Hang vom Pengelstein in Richtung Saukasergraben eingefahren. Rund 50 Meter unterhalb des Kammes löste sich die 300 Meter lange und etwa 100 Meter breite Lawine, beide wurden mitgerissen. Der Jüngere hatte sich aus den Schneemassen selbst befreien können und per Handy die Polizei verständigt.

Umgehend machten sich die Einsatzkräfte auf die Suche nach dem Vermissten. Doch am Montagabend musste der Einsatz wegen der herrschenden Lawinengefahr und der Dunkelheit gegen 21 Uhr unterbrochen werden. Dienstag früh wurde die Suche wieder aufgenommen.

Für das Einsatzgebiet erließ die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel ein Platzverbot für alle Alpinisten. Dadurch sollten die Suchmannschaften vor weiteren Lawinenabgängen geschützt werden. Gegen 10.30 Uhr wurde die Leiche des Jugendlichen schließlich von einem Suchhund geortet, die Einsatzkräfte fanden den Toten in rund 70 Zentimetern Tiefe und bargen ihn.

"Vorsicht und Zurückhaltung dringend anzuraten"
Am Montag hatte in Tirol verbreitet erhebliche Lawinengefahr, die Stufe 3 auf der fünfteiligen Gefahrenskala, geherrscht. Die Verhältnisse wurden von Experten aber auch am Dienstag als ungünstig und heikel beschrieben. Die Hauptgefahr liege bei neu gebildeten Triebschneeansammlungen besonders oberhalb von etwa 1.800 Meter Seehöhe.

Bereits durch geringe Zusatzbelastung könnten Lawinen ausgelöst werden, also schon durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers. "Skitouren und Variantenfahrten erfordern derzeit viel Erfahrung. Vorsicht und Zurückhaltung sind dringend anzuraten", appellierte der Lawinenwarndienst an Freizeitsportler. Schneebretter könnten aus hochalpinen, steilen Einzugsgebieten auch selbst ausgelöst werden und mittlere bis große Ausmaße erreichen, hieß es.

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