Genau drei Jahre ist es her, dass der internationale Militäreinsatz in Afghanistan von den Amerikanern beendet worden ist. Gemeinsam mit den Türken waren die US-Kräfte die letzten, die das Land am Hindukusch verlassen haben – nach 20 Jahren, schätzungsweise fast 180.000 Todesopfern und Kosten von vielleicht 1000 Milliarden Dollar. Es war ein Abzug im Chaos, und es dauerte nur Wochen, bis die islamistischen Taliban das Land wieder unter ihre Kontrolle gebracht hatten.
Seither gilt die Scharia, Delinquenten werden ausgepeitscht, verstümmelt. Frauen wurden aus dem öffentlichen Leben so gut wie verbannt, ihre Rechte auf Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wurden extrem eingeschränkt. Nicht nur, aber speziell auch bei Frauen, ist bittere Armut allgegenwärtig. Verbessert hat sich unter den Taliban nur die Sicherheitslage.
Die Taliban-Regierung wird von keinem Land der Welt anerkannt, einzig die UNO spricht mit ihr, sogar unter der Bedingung, dass das Thema Frauen ausgeklammert bleibt. Jetzt gibt es aber auch in der Schweiz und in Deutschland Bestrebungen, wieder offizielle Kontakte zu Kabul herzustellen. Bern wird in der afghanischen Hauptstadt vier Personen stationieren, die humanitäre Projekte umsetzen sollen. Und in Berlin gibt es Überlegungen für eine „neue Afghanistan-Strategie“.
Es wird ein schwieriger Drahtseilakt – den Menschen zu helfen, ohne die Taliban anzuerkennen...
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