28.01.2013 12:27 |

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Feuer im Magen: Volkskrankheit Sodbrennen

Die lukullischen Genüssen zu Weihnachten sind zwar schon einige Wochen her, dafür stehen jetzt die feuchtfröhlichen Faschingspartys an. Kein Wunder, dass da der Magen rebelliert und mit brennenden Schmerzen gegensteuert. Sodbrennen ist beinahe zur Volkskrankheit geworden, betrifft in den westlichen Industrieländern schon jeden Vierten. Manches Mal ist Sodbrennen aber mehr als ein lästiges Übel.

Magen und Speiseröhre sind durch mehrere Verschlussmechanismen getrennt. Zum Sodbrennen kommt es, wenn diese nicht gut genug schließen oder zu viel Magensäure gebildet wird. Dadurch fließt Reflux, der aggressive und saure Mageninhalt, in die Speiseröhre zurück. Wir spüren dies als brennenden Schmerz hinter dem Brustbein oder Schmerzen im Oberbauch. Sodbrennen kann sich aber auch durch unspezifische Schmerzen, wie etwa chronische Halsschmerzen oder Reizhusten, äußern. Zeitweise kommt es zudem zum Aufstoßen des Magensafts, dem sogenannten "sauren Aufstoßen". Im Liegen werden die Symptome schlimmer.

Sodbrennen tritt meist dann auf, wenn der Verschlussmechanismus gestört ist oder man sich falsch ernährt. Zu säurehaltige und zu üppige Speisen – zum Beispiel Süßigkeiten, Kaffee, fettes Essen, Alkohol und Weißmehl – regen eine vermehrte Produktion von Magensäure an. Aber auch emotionale Probleme wie übermäßiger Stress oder vermehrter Ärger lassen die Säureproduktion im Magen ansteigen.

Auch eine Schwangerschaft oder Übergewicht kann Sodbrennen begünstigen. Schuld daran ist der übermäßige Druck, der dann auf dem Magen lastet und dadurch den Verschlussmechanismus schwächt. Mit zunehmendem Alter steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, an Sodbrennen zu leiden.

Lebensstil ändern!
Bei akutem Sodbrennen verschaffen spezielle Medikamente Linderung. Generell hilft jedoch nur, den Lebensstil zu ändern. Bei Übergewicht sollte abgespeckt werden, die Essgewohnheiten sollten umgestellt werden. Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten am Tag sollten drei große ersetzen. Zwischen der letzten Mahlzeit am Tag und dem Zubettgehen liegen idealerweise drei Stunden. Außerdem gilt es, Lebensmittel, die die Säureproduktion im Magen anregen, zu vermeiden.

Meistens kann man Sodbrennen mit diesen Maßnahmen in den Griff bekommen. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation, bei der aus dem oberen Magenabschnitt ein Muskelring geformt wird, vonnöten.

Tritt das "brennende Problem" regelmäßig auf, sollte man in jedem Fall eingreifen, um schlimme Folgen zu vermeiden. So kann Sodbrennen sogar Krebs verursachen. Denn durch den ständigen Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre kann sich diese entzünden. Wird die Entzündung gar chronisch, so kann dies zu einer Veränderung der oberen Zellschicht der Schleimhaut führen. Das wiederum kann eine Wucherung des Gewebes, schlimmstenfalls sogar einen bösartigen Tumor hervorrufen. Auch chronischer Husten, Bronchitis oder asthmatische Beschwerden können die Folge von Sodbrennen sein – dann nämlich, wenn die Magensäure in den Rachenraum und von dort in die Atemwege gelangt.

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