Ablenkungsgefahr

60 Prozent der Österreicher mit Handy am Steuer

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25.06.2024 07:30

Weit über die Hälfte der Autofahrer in Österreich nutzen laut einer IFES-Umfrage während der Fahrt ihr Handy. Ablenkung und Unaufmerksamkeit sind gleichzeitig die größten Verursacher von Verkehrsunfällen. Die Asfinag will daher mit einer Kampagne gegen Smartphones am Steuer vorgehen. Neue Sujets sollen auf sogenannte „Park & Write“-Zonen aufmerksam machen, in denen sichere Handy-Pausen möglich sind.

Knapp 60 Prozent aller Befragten gaben zu, das Handy auch während der Fahrt zu nutzen – sei es, um zu telefonieren oder Nachrichten zu lesen oder sogar selbst welche zu schreiben. Bei den unter 30-jährigen Lenkern sind es sogar 80 Prozent. Neue Sujets der Asfinag sollen daher auf „Park & Write“-Zonen aufmerksam machen, in denen sichere Handy-Pausen möglich sind.

Rund 400.000 Euro investiert die Autobahnholding unter anderem in neue Brückentransparente, Plakate auf Schnellstraßen sowie Inserate in Medien und Social Media, kündigte Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl bei einer Pressekonferenz am Montag an. Denn auf österreichischen Autobahnen seien es „im Durchschnitt nur knapp vier Minuten, die man braucht, um zur nächsten Rastmöglichkeit zu kommen, um dort sicher telefonieren oder Nachrichten checken zu können“.

Deutlich höheres Unfallrisiko
Eine Ablenkung durch das Handy käme im Auto einem Alkoholpegel von 0,8 Promille gleich, warnt indes Christian Schimanofsky, Geschäftsführer des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Das menschliche Gehirn sei nicht auf Multitasking ausgerichtet. „Das heißt, man ist dann etwas abgelenkt, man ist nicht ganz beim Fokus der einen Tätigkeit, wenn man die andere durchführt“. Mit Handy in der Hand sei das Unfallrisiko fünfmal höher, 23 Mal höher beim Schreiben von Nachrichten am Steuer.

569 Unfälle im Vorjahr durch Ablenkung
„Im vergangenen Jahr 2023 hatten wir insgesamt 569 Unfälle zu verzeichnen, wo die Unfallursache Ablenkung war“, so Hufnagl. Laut der im Mai 2024 anonym durchgeführten Umfrage greifen 60 Prozent im Auto zum Smartphone, rund die Hälfte fühlt sich „unwohl“ ohne Handy. „Jeder Fünfte liest sogar beim Lenken des Fahrzeuges die Nachrichten [...] und jede siebente Lenkerin oder jeder siebente Lenker schreibt während der Fahrt“.

Das Handy beim Fahren stummgeschaltet liegenzulassen, sei die einfachste Lösung zur Unfallvermeidung, sind sich KfV und Asfinag einig. Im Autobahnnetz stehen aktuell 254 „Park & Write“-Plätze, 59 Asfinag-Rastplätze, 108 Parkplätze und 87 Raststationen zur Verfügung.

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