2028 als neues Ziel

Österreichs Schiedsrichter und die EM-Durststrecke

Fußball EM
25.06.2024 07:28

Österreichs Schiedsrichter sind bei der Fußball-EM nur Zuschauer. Als bisher letzter seiner Zunft pfiff Konrad Plautz bei der Heim-EURO 2008 zwei Gruppenspiele. Für das laufende Turnier in Deutschland wurde kein Vertreter aus der Bundesliga nominiert, auch VAR ist keiner dabei. Der ehemalige Spitzen-Referee Viktor Kassai will daran schrauben, 2028 soll die Durststrecke beendet sein. Bis dahin müssen sich Österreichs Unparteiische aber auf höchster Ebene präsentieren.

Kassai ist nun ein Jahr als „Technical Director“ im Schiedsrichterwesen des ÖFB tätig. Neben seiner Tätigkeit als „Trainer“ der österreichischen Schiedsrichter soll der Ungar auch seine guten Kontakte zur UEFA nutzen. Nur auf diesem Weg – so der seit Jahren gleichbleibende Tenor – könne den Unparteiischen der Weg nach oben leichter gemacht werden. Ein wichtiger Schritt dahin wäre ein rot-weiß-roter Referee in der Königsklasse.

„Dass wir in vier Jahren jemanden dabei haben, ist theoretisch auf alle Fälle möglich. Da muss aber alles passen. Wenn ich schlechte Leistungen bringe, können im Hintergrund die Leute reden, was sie wollen“, sagte Walter Altmann dazu. Der Tiroler wurde heuer zum Schiedsrichter des Jahres in der Bundesliga gekürt. Altmann durfte vor der EM das Testspiel von Gastgeber Deutschland gegen die Ukraine leiten. Mit Harald Lechner, Sebastian Gishamer, Julian Weinberger und Christian-Petru Ciochirca waren vier seiner Kollegen im vergangenen Herbst auch in der Europa League im Einsatz.

Champions League als Zwischenziel
In solchen Einsätzen gelte es „die Gunst der Stunde zu nutzen“, betonte Altmann. Der 39-Jährige rief ins Gedächtnis, dass sich die Anzahl der Länder, die Referees bei der EM stellen, unter den über 50 Nationalverbänden der UEFA in Grenzen halten. „Man muss den Weg suchen, dass man wieder auf die Liste kommt, dass man wieder mehr in den Fokus rückt. Die Spiele, die wir heuer international gehabt haben, sind einmal ein erster Schritt in die Richtung.“

Der ehemalige Spitzen-Referee Viktor Kassai (Bild: EPA)
Der ehemalige Spitzen-Referee Viktor Kassai

Die Hälfte der 18 bei der EM eingesetzten Referees kommt aus den großen Ligen in England, Frankreich, Deutschland, Italien (je zwei) und Spanien. Dass auch „kleinere“ Nationen EM-Schiedsrichter stellen, beweisen der Rumäne Istvan Kovacs, der Slowake Ivan Kruzliak oder Sandro Schärer aus der Schweiz. Auch Schweden, die Türkei und Slowenien sind vertreten. Alle Referees pfiffen im vergangenen Jahr auch in der Champions League.

Die Erfahrung fehlt
Kassai will dort zumindest einen Vertreter aus der Bundesliga etablieren. Der lange als hoffnungsvollster Kandidat geltende Lechner hat seine internationale Karriere inzwischen aus beruflichen Gründen beendet. Als Kandidaten nannte Kassai zuletzt Stefan Ebner (37), Ciocircha (35) und Gishamer (35). Der ab Dezember 40-jährige Altmann war nicht dabei.

„Ich glaube, jetzt haben wir potenzielle Kandidaten für die nächste EM. Wir haben gute Kandidaten, viele junge Leute“, sagte der Ungar vor einem Monat im ORF-Interview. Kassai attestierte den Unparteiischen einen Topzustand im Fitnessbereich. Was nun fehle, sei die Erfahrung im internationalen Bereich. „Aber sie können den Sprung machen, auch in Europa.“

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