Österreichs Nationalteam will beim Wettlauf gegen die Zeit die Müdigkeit in Energie verwandeln. Essen, Trinken, Schlaf – und freie Köpfe sind nach dem 0:1 gegen Frankreich und vor dem Aufstiegsduell mit Polen jetzt das Wichtigste.
Baumgartner, Danso und Co. durften nach dem 0:1 in Düsseldorf im Mannschaftshotel Hyatt noch kurz ihre Liebsten, sprich die Familien, die auf der Tribüne hinter der Bank mitgelitten hatten, in die Arme nehmen. Wichtig für den Kopf, die mentale Frische. Da lief der Wettlauf gegen die Zeit bereits.
30 Stunden Vorsprung der Polen, die schon am Sonntag (15 Uhr) gegen Holland 1:2 verloren haben, gilt es aufzuholen. „Die Regeneration beginnt bereits in der Kabine, da nimmst du so viel Flüssigkeit auf, wie geht. Wasser, Gels“, erklärt Athletik-Trainer Gerhard Zallinger, seit 2011 beim ÖFB. Im Hotel wurde nach Mitternacht noch gegessen. „Du musst sofort Nährstoffe zuführen“, so der promovierte Sportwissenschaftler. „Und dann gut schlafen.“
Hosen zur Regeneration
Was nach dem bitteren 0:1 nicht leicht war. Erst gestern Vormittag ging es zurück nach Berlin, das Training auf dem Platz wurde gestrichen. Für die „Lockerungsübungen“ reichte der Garten im Schlosshotel. Dazu manuelle Therapien, Massagen. „Wir wollen die Spieler möglichst wenig aus ihren Routinen rausbringen, unterstützen sie nur“, so Zallinger. Jeder weiß, was er braucht. Viele ÖFB-Stars verwenden „Recovery pants“, also Hosen zur Regeneration. Eine Kombination aus Kälte, Wärm- und Druckanwendungen.
Die richtige Dosis
Auch heute wird es nur eine leichte Einheit geben, also aktiviert – Zallinger: „Wir wollen Energie aufbauen, nicht verschwenden. Man muss abwägen, was für Reize man setzt, um am Tag X frisch zu sein.“ Das ist der Freitag – gegen die Polen!
Hilfreich ist, dass der ÖFB auch mit allen Klubs der Teamspieler ständig in Kontakt steht, Vergleichswerte hat: „Wir tauschen die Daten aus.“ So wird bei der EURO „nur“ täglich der CK-Wert (muskuläre Ermüdung) gemessen. Und natürlich die Trainings per GPS „getrackt“. Der Rest erfolgt über die „subjektive Befindlichkeitsabfrage“. Was Zallinger auch wichtig ist: „Die Spieler brauchen auch Gelegenheit zum Defokussieren.“ Billard, Wuzzler, Pokertisch stehen in der Players Lounge bereit, um den Kopf frei zu kriegen.“
„Wir versuchen alles, um die Ermüdung in einen energiereichen Zustand zu verwandeln“, sagt Zallinger. „Es klingt einfach, aber Schlaf ist immer noch am wirkungsvollsten.“ Aber selbst das mit der richtigen Dosis.
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