„Wir müssen uns für eine starke, europäische Gemeinschaft einsetzen, sie ist für uns die wichtigste Friedensgarantie, wenn es eine solche überhaupt gibt! Krieg ist das Fürchterlichste und Schrecklichste – ich habe ihn erlebt!“ Das sagte der ehemalige Landeshauptmann Josef Ratzenböck vor 15 Jahren. Am 15. April wird er 95.
Von 1977 bis 1995 war Josef Ratzenböck Landeshauptmann von Oberösterreich. Viele bezeichneten ihn wegen seiner glaubwürdig gelebten Volksnähe als „Landesvater“. Nach seiner Tätigkeit als Landeshauptmann war er noch bis 2017 Seniorenbund-Chef. Noch immer beschäftigt sich der ÖVP-Politiker, der am kommenden Montag 95 Jahre alt wird, mit dem täglichen Geschehen. Seine Aussagen von damals haben immer noch traurige Aktualität.
Und das sagt Josef Ratzenböck zu
Ich musste im November 1944 als 15-Jähriger einrücken. Aus meiner Schulklasse, der 6. Klasse des akademischen Gymnasiums, sind noch sechs Mitschüler gefallen. Wir haben erlebt, wie die Städte bombardiert wurden. In Neukirchen haben einige Familien drei oder vier Söhne verloren. In einer Familie in Veitsberg sind fünf Söhne gefallen. Die EU ist daher die beste Idee, die man je in Europa haben konnte. Endlich wird zumindest im EU-Raum nicht mehr Krieg geführt. Die Politik hat nichts Wichtigeres zu tun, als dafür zur sorgen, dass die Menschen in Frieden leben können – das ist das alles Entscheidende.
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