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03.09.2012 22:40

Profi-Trainerstunden: So wirst du am Ring schnell

Wenn es nur ums Talent und die fahrerischen Fähigkeiten gehen würde – ich bin sicher, Roland Resch würde die MotoGP aufmischen. Dann wären seine Ringtrainings aber wohl nicht mehr zu bezahlen. So aber hat jeder Motorradbegeisterte die Chance, von einem Profi, der für das Rennfahren brennt, richtig viel zu lernen. So wie ich – diesmal bei bis zu 36 Grad im Schatten.

An einem Tag am Pannoniaring sind für jeden ein paar Sekunden drin, "ohne dabei völlig übern Hefn zu fahren", wie Roland sagt. Im Rennen macht er regelmäßig genau das – oder eben gerade nicht ganz. Denn unverschuldete Stürze sind nicht seins, obwohl der IDM-Profi seine eigenhändig aufgebaute 1000er-Suzuki regelrecht auswindet und immer auf der letzten Rille fahren muss. Warum? Mit einem Budget von 50.000 Euro für die Saison ist der 27-Jährige eigentlich hoffnungslos unterlegen. "Mein Landsmann Michi Ranseder hat dagegen ein Budget von einer Million Euro", erklärt der sympathische Wahl-Mödlinger. Und obwohl er sogar selber schraubt, Reifen wechselt, forscht und einstellt, statt im Tour-Truck in seinem uralten Soletti-Sprinter unterwegs ist, fährt er Top Ten und ist immer wieder dran an der Spitze.

Professor Resch macht jeden schnell
Die "VIP-Ringtrainings" finden als Einzeltraining oder in einer Mini-Gruppe statt. Diesmal sorgt Roland für drei Teilnehmer und ihre Motorräder. Kalte Getränke (ein Segen bei 36 Grad), Obst und Kuchen für die Fahrer, Reifenwärmer für die Bikes – es geht professionell zu. Er misst den Luftdruck, checkt Reifen, Bremsen und was so dazugehört, damit alle mit möglichst idealen Voraussetzungen auf die Strecke gehen und (nicht) auf selbiger bleiben.

Dann also raus auf den Ring. Zunächst fährt der Meister die Ideallinie vor, um dann den Schützlingen abwechselnd den Vortritt zu lassen. Vorne an seiner Renn-Suzuki hat er eine GoPro-Kamera angebracht, mit der er jedem Teilnehmer praktisch im Auspuff hängt. Das macht er nicht, um zu drängeln, sondern damit der Fahrer möglichst groß im Bild ist – für die anschließende Videoanalyse nach jedem Turn. Der riesige Flatscreen offenbart selbst das kleinste Detail, Roland entdeckt jeden Fehler und erklärt, wie die richtige Linie wäre und was man sonst in Sachen Fahrtechnik verbessern könnte.

Dabei fährt Roland generell auf der Ideallinie hinterher, sodass man im Video immer den Vergleich hat und erkennt, wo man schon wieder zu früh am Curb war, wo die Kurve wieder mal zu spitz angefahren hat, wo zu früh zu gierig aufs Gasgeben war. "Da fährst du eine Kurve, wo gar keine ist!" Wir lernen: Nicht alles, was nach einer Kurve aussieht, ist auch als Kurve zu fahren.

Es ist nicht immer leicht, alles sofort umzusetzen, aber wenn es dann klappt, spürt man, wie gut es ist. Und auch an den Rundenzeiten ist es abzulesen. Irgendwann klappt dann auch die Kurve 5 perfekt, die vielen Hobbyfahrern Probleme bereitet, weil sie zu früh nach innen ziehen.

So machen auch die Hausaufgaben Spaß
Das Training macht so viel Spaß und es geht so viel weiter, dass ich am liebsten fahren möchte, bis ich umfalle. Doch kurz davor bin ich vernünftig genug, Schluss zu machen. Wenn es so heiß ist, kommt man schneller an seine körperlichen Grenzen, als einem lieb ist. Aber das Training geht zu Hause weiter: Am Ende des Tages bekommt man seine Videos auf einem USB-Stick mit – zum Selbststudium, damit man die richtige Linie ins Gefühl kriegt und zum Freuen über die Fortschritte.

Der Trainer ist zufrieden mit meiner Leistung, ich bin es auch. Zum Glück, denn ich hätte mich auf nichts rausreden können: Endlich eine Lederkombi, die mir nicht zu eng ist, und die BMW S 1000 RR, die mir BMW für den Ring geborgt hat, ist auch wie maßgeschneidert für mich und mein Gardemaß, ABS und Traktionskontrolle geben ein gutes Gefühl. Ein besseres Serien-Rennmotorrad ist derzeit wohl nicht zu bekommen.

Informationen zu den VIP-Ringtrainings gibt es auf http://www.roland-resch.com/ringtrainings/ – Lust darauf machen die Videos hier oben.

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