25.07.2005 14:13 |

Terror in London

Polizei befürchtet neue Anschläge

Aus Furcht vor weiteren Anschlägen hat die Londoner Polizei noch mehr Scharfschützen in Zivil auf die Straße geschickt. Scotland Yard habe große Sorge, dass die flüchtigen Bombenleger vom vergangenen Donnerstag erneut zuschlagen könnten, bevor ihr Sprengstoff unbrauchbar werde. Die Polizei glaubt auch, dass am Donnerstag nicht wie bisher vermutet, vier, sondern fünf Selbstmordattentäter zuschlagen wollten.

Die Fahndung nach den Verantwortlichen der fehlgeschlagenen Bombenanschläge von London laufen trotz des Rückschlages - ein Unschuldiger war durch Kopfschüsse getötet worden - weiter auf Hochtouren. Hunderte teilweise mit Sturmgewehren und Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten suchen mit Hochdruck nach den mutmaßlichen Attentätern. Zahlreiche Straßen und Häuser wurden durchkämmt.

War fünfter Attentäter beteiligt?
In einem Gebüsch in einem Londoner Park habe die Polizei eine fünfte Bombe gefunden, deren Sprengstoff mit dem der vier anderen Bomben übereinstimme. Möglicherweise habe ein fünfter Terrorist einen weiteren Anschlag geplant, dann aber nicht ausgeführt, berichteten die Zeitungen.

Bei der Fahndung nach den Attentätern von London will Scotland Yard unterdessen trotz der Erschießung eines unschuldigen Brasilianers im Ernstfall weiter gezielte Kopfschüsse abgeben. Polizeichef Ian Blair entschuldigte sich am Sonntag, sah aber keine Alternative zum Waffeneinsatz gegen Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polizei hält an Kopfschuss-Taktik fest
Trotz der Kritik an der irrtümlichen Erschießung des Brasilianers will die Polizei an ihrer Praxis festhalten, Terrorverdächtige im Zweifelsfall per Kopfschuss zu töten. Dazu gebe es keine Alternative, sagte Blair. Wenn der Verdacht bestehe, dass jemand einen Sprengstoffgürtel trage, sei es unmöglich, ihm in die Brust zu schießen, weil sich dort der Sprengsatz befinden könnte. Auch auf andere Körperteile zu zielen habe keinen Sinn, weil der Attentäter dann die Bombe noch zünden könnte.

Terrorfahnder in Zivil hatten am Freitag den 27-jährigen Elektriker Jean Charles de Menezes aus Brasilien in der Londoner U- Bahn-Station Stockwell vor den Augen zahlreicher Fahrgäste aus nächster Nähe mit fünf Kopfschüssen niedergestreckt. Sie hatten ihn für einen Terrorverdächtigen gehalten. Die Regierung in Brasilien reagierte "schockiert" auf das Eingeständnis. "Wir sind schockiert und perplex", heißt es einer Erklärung von Außenminister Amorim.