Martina Zinner liefert im Grazer Theater im Bahnhof mit „Hilde so oder so, sie und ich“ ein fulminantes Solo ab: Ihr gelingt mit diesem großartigen Theaterabend die feinfühlige Zusammenführung von Krankheit und Glamour.
Denkt man an Hildegard Knef, fallen einem rote Rosen, „Schnee am Kilimandscharo“ und der Skandal um „Die Sünderin“ ein, ihre Bruskrebserkrankung und ihr offener Umgang damit in ihrem Roman „Das Urteil“ sind weniger präsent. Im Grazer Theater im Bahnhof bringt Martina Zinner in ihrem Solo „Hilde so oder so, sie und ich“ diese vielen Facetten unter einen Hut und fügt auch noch eigene Recherchen und Erfahrungen hinzu. Heraus kommt ein fulminanter Abend, zu dem auch Pia Hierzegger (Textbeiträge), Thomas Pfeffer (Musik), Ed. Hauswirth (Regie) und Heike Barnard (Bühne) einiges beigetragen haben.
Verehrung, aber keine Imitation
Doch der Fokus liegt auf Martina Zinner, die die von ihr verehrte, große deutsche Diva lebendig macht, ohne sie zu imitieren und die Hilflosigkeit und Wut einer Frau angesichts der lebensbedrohenden Krankheit und der ärztlichen Entscheidungen über den Kopf der Patientin hinweg nachfühlbar macht, ohne sich in anklagendem Pathos zu verlieren. Die neben all der Gnadenlosigkeit auch Humor auf die Bühne stemmt und mit der köstlich knarzenden Drehbühne ebenso spielt wie mit ihren durchdachten Kostümen und der wunderbar reduzierten Musik.
In einem straff gespannten Bogen nimmt Zinner ihr Publikum mit auf eine Tour de Force durch alle Höhen und Tiefen, sorgt für Furcht und Erleichterung, Sorge und Lachen. Sie setzt eine Kraft frei, die einen mitreißt und schließlich dankbar für Vieles entlässt. Ganz großes Theater!
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