Schalke bittet die Fans um Gnade. Nach der aufsehenerregenden 3:5-Pleite am Wochenende in der zweiten deutschen Liga gegen Fortuna Düsseldorf wandten sich Spieler und Manager tatsächlich mit einem offenen Brief an die Mitglieder. Tenor: „Wir schämen uns!“
Gelebte Fan-Bindung oder zu viel der Unterwerfung? Alltäglich erscheint der Schritt jedenfalls nicht. Andererseits ist Schalke auch kein alltäglicher Verein, schon gar nicht, was Emotionen angehen. Die scheinen jüngst wieder einmal ins Negative abzudriften. Die jüngste 3:5-Niederlage wirbelte besonders viel Staub in Gelsenkirchen auf. Tabellenplatz 16 - die Königsblauen sind akut abstiegsgefährdet.
„Ihr verlangt zurecht Lösungen“
Die Fan-Seele kocht. Und will beruhigt werden. Dachten sich Funktionäre und Mannschaft und richteten zwei offene Briefe an die königsblaue Community. „Wir, Vorstand und Aufsichtsrat, möchten uns nach einem erneut enttäuschenden Wochenende mit diesem Sonder-Mitgliederbrief an Euch wenden“, heißt es darin von der Geschäftsführung: „Uns ist bewusst, dass Ihr aktuell keine großen Reden von Vereinsverantwortlichen hören wollt. Ihr verlangt zu Recht, dass wir Lösungen finden, um die sportliche Krise zu bewältigen.“ Dann die Überleitung auf den von der Mannschaft verfassten Brief. Und der hat‘s in sich.
„Schämen uns für die Auftritte“
„Nach einem ernüchternden Auftritt am Samstagabend ist es uns ein Anliegen, einige Worte an Euch zu richten: Wir selbst sind mit der momentanen Situation sehr unglücklich“, schreiben die Spieler: „Mehr noch: Wir schämen uns für einige Auftritte in den letzten Monaten! Wir haben uns viel mehr vorgenommen - jeder Einzelne von uns!“
Und jetzt? „Es ist aber nicht die Zeit, in Selbstmitleid oder Selbstzweifeln zu versinken oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern wieder aufzustehen, zu analysieren, mit allen Mitteln nach Lösungen zu suchen und sich gegenseitig zu unterstützen. Es ist unsere Pflicht, das Vertrauen, das Ihr in uns gesetzt habt, zurückzuzahlen“, schreibt die Mannschaft. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitag. Um 18.30 Uhr geht‘s daheim gegen den Vfl Osnabrück - nicht nur um drei Punkte, sondern auch um das Vertrauen der Fans.
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