Di, 18. September 2018

Auf Stippvisite

22.03.2012 16:58

Außenminister der Türkei zu Besuch in Wiener Schule

Favoriten, einer der Migrations-Brennpunkte in Wien: Hier besuchte nun erstmals ein türkischer Außenminister eine Schule in Österreich. Die deutliche Botschaft von Michael Spindelegger und seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu an Migranten: Lernt Deutsch und integriert euch.

"Was hat er dich gefragt? Worüber habt ihr geredet?" Neugierig bestürmen die Mitschüler Gülsüm Ertürk (13) und Leyla Pehlivan (15). Die beiden Mädchen haben mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu geplaudert, als dieser am Donnerstag das Gymnasium in der Ettenreichgasse in Wien-Favoriten (eine Schule mit hohem Migrationsanteil, von 157 Kindern der nächstjährigen ersten Klassen haben nur 24 Deutsch als Muttersprache) besuchte.

"Er wollte wissen, ob wir in Österreich geboren sind, ob wir in den Ferien in die Türkei fahren und wie uns die Schule gefällt", berichten die Mädchen. Der Schulbesuch hat eine klare Botschaft an die türkischstämmigen Migranten: Lernt Deutsch, integriert euch, nutzt die Bildungsangebote. Das macht auch Davutoglu in den Klassen klar - auch als Wiedergutmachung für die Entgleisung des - später abgesetzten - Botschafters in Wien im November 2010. Der Diplomat hatte der österreichischen Regierung Versagen in der Integrationspolitik vorgeworfen und der heimischen Bevölkerung attestiert, sich nur im Urlaub für fremde Kulturen zu interessieren.

"Wir wollen die Leute nicht assimilieren, sondern integrieren, sie sollen sich hier heimisch fühlen", so Außenminister und Vizekanzler Spindelegger (ÖVP). Als Vorbild nennt er etwa Do-&-Co-Gründer Attila Dogudan, einen geborenen Türken. Spindelegger: "Das Motto lautet, lernt Deutsch und werdet alle Dogudans."

Dass bei den türkischen Migranten in Österreich jedoch nicht alles so reibungslos abläuft wie bei dem Lokalaugenschein in der Schule zeigt der jüngste Integrationsbericht: Beinahe jeder Zweite lehnt den Lebensstil in Österreich ab. "Uns ist bewusst, dass es hier ein Problem gibt, da müssen wir ansetzen", so Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP), der demnächst in die Türkei reisen wird, denn "wenn man ein Land und die Kultur kennen lernt, bekommt man ein Gefühl für die Herausforderungen, die man bei uns angehen muss".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Rückzug als Parteichef
Kern wird SPÖ-Spitzenkandidat bei Europawahl
Österreich
Bayern-Start in die CL
Rummenigge warnt vor Benfica ++ Sanches im Fokus
Fußball International
Perfekter CL-Start
Krasse Messi-Gala bei 4:0-Triumph des FC Barcelona
Fußball International
Nach Ekel-Attacke
Vier Spiele Sperre für Juve-Spucker Douglas Costa
Fußball International
CL-Hit im Liveticker
LIVE: Klopps Liverpool führt gegen PSG mit 2:1
Fußball International
SPÖ-Chef tritt zurück
Kern beschert Strache „bizarre Überraschung“
Österreich
Zahlreiche Stichwunden
Spanische Top-Golferin Barquin (22) ermordet!
Sport-Mix

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.