Ein Stich statt drei

Corona: Impfgremium krempelt Empfehlung völlig um

Coronavirus
01.09.2023 12:13

Während die nächste Corona-Welle bereits langsam anrollt, aktualisiert das Nationale Impfgremium (NIG) seine Empfehlungen - und zwar gänzlich. Statt einer dreiteiligen Grundimmunisierung ist demnach nur noch eine Impfung für bisher Ungeimpfte empfohlen. Grund sind die bereits oftmals durchlaufenen Infektionen in der Bevölkerung. Für bereits immunisierte Personen ändert sich die Empfehlung hingegen nicht.

Somit gelten künftig auch bisher ungeimpfte Personen mit einer Impfung mit einem angepassten Variantenimpfstoff als ausreichend geschützt. Das Gesundheitsministerium beruft sich bei der Einschätzung auf die EU-Gesundheitsbehörde ECDC, die davon ausgeht, dass in den vergangenen drei Jahren praktisch jeder Mensch Kontakt mit Corona hatte - sei es durch Impfungen oder eine durchgemachte Infektion.

Angepasster Impfstoff bereits erwartet
Das habe das NIG nun in eine Neufassung des Nationalen Impfplans eingearbeitet. Im kommenden Herbst wird nur noch eine Impfung empfohlen - besonders für Risikopersonen und Menschen ab 60 Jahren. Ein an die dominierende Variante Omicron XBB.1.5 angepasster Impfstoff wird bereits kommende Woche in Österreich erwartet. Die Europäische Kommission hat am Freitag den aktualisierten Corona-Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen.

Im Gesundheitsministerium geht man davon aus, dass nahezu jede Person im Land Kontakt mit dem Virus hatte. (Bild: Wolfgang Spitzbart .)
Im Gesundheitsministerium geht man davon aus, dass nahezu jede Person im Land Kontakt mit dem Virus hatte.

Impfung ab sechstem Lebensmonat möglich
Das NIG habe die Aktualisierung in den vergangenen Wochen vorbereitet. Bei der Corona-Schutzimpfung empfehlen die Expertinnen und Experten für den Herbst grundsätzlich Personen ab zwölf Jahren eine Impfung mit den neuen Corona-Variantenimpfstoffen. Besonders empfohlen wird die Impfung Personen ab dem Alter von 60 Jahren, mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sowie medizinischem Gesundheitspersonal. Auf individuellen Wunsch ist die Impfung weiterhin bereits ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat möglich.

Für den bestmöglichen Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19 ist im kommenden Herbst eine Impfung ausreichend - unabhängig davon, ob bereits eine Grundimmunisierung erfolgt ist. Gleichlautend mit den Empfehlungen der europäischen Gesundheitsbehörden ist davon auszugehen, dass auch bisher ungeimpfte Personen durch eine einzelne Impfung mit den neuen Variantenimpfstoffen ausreichend geschützt sind, so das Ministerium.

Weiterhin „der beste Schutz“
„Auch wenn wir die Corona-Pandemie weitgehend hinter uns gelassen haben, wird uns das Virus noch weiter beschäftigen“, sagt Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). „Nach wie vor gilt: Die Impfung ist der beste Schutz. Vor schweren Krankheitsverläufen und vor Long Covid.“ Katharina Reich, Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, betonte, dass „mit der bestehenden Immunität innerhalb der Bevölkerung künftig eine Impfung für einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen ausreichend ist“.

Auch Empfehlungen für weitere Impfungen
Auch für Impfungen gegen Meningokokken und Hepatitis A hat das Nationale Impfgremium die bisherigen Anwendungsempfehlungen aktualisiert. Demnach ist die Impfung gegen Hepatitis A nicht mehr allgemein empfohlen, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen wie beispielsweise als Reiseimpfung. Künftig wird zudem ab dem vollendeten ersten Lebensjahr die Impfung gegen Meningokokken ACWY empfohlen und ersetzt damit die Impfung gegen Meningokokken C.

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