Marillenbauern

„Wir haben schon noch einige Risikonächte vor uns“

Oberösterreich
09.04.2023 13:00

Frost bescherte den Marillenbauern in Oberösterreich zwar schon Schäden, das Ausmaß ist aber noch offen. Für die Bauern geht es um jedes Zehntelgrad. Landwirt Horst Hubmer aus Scharten sagt: „Wir haben noch einige Risikonächte vor uns“. Bundesweit soll der Schaden schon bei 35 Millionen € liegen.

„Die Blüte hält bis zu minus drei Grad aus, aber wenn sich schon ein Fruchtkörper gebildet hat, sind ein halbes Grad minus zu viel“, erklärt Horst Hubmer vom Firlingerhof in Scharten, wo in der Vorwoche die Marillen Frösten ausgesetzt waren. „Wir haben minus 2,85 Grad gemessen“, sagt der Obstbauer, der noch von leichten Schäden spricht. Die thermische Sicherung der Bäume, vereinfacht gesagt Heizen, hat er noch nicht gestartet. „Das rechnet sich für ein bis zwei Nächte, nicht mehr. Und wir haben noch einige Risikonächte vor uns.“

Schon Frostkerzen benutzt
Wie groß die Witterungsunterschiede in unserem kleinen Oberösterreich sind und welche Auswirkungen das hat, zeigt ein Blick von Scharten ins – Luftlinie gemessen – kaum 25 Kilometer entfernte Niederneukirchen. „Wir haben die Frostkerzen schon benutzt. Aber nur in den oberen Bereichen, wo es Sinn macht“, sagt Christa Gruber vom Marillenhof Gruber, wo man auf acht Hektar Bäume stehen hat. Und davon sind auch welche in Senken, in denen die kalte Luft wie ein See stehen bleibt und auch die thermische Sicherung wenig Sinn macht. Die Temperaturen fielen hier in zwei Nächten auf minus fünf Grad und sogar noch etwas tiefer. „Wir haben sicher Schäden, aber das Ausmaß können wir erst in ein paar Wochen abschätzen“, erklärt die Marillenbäuerin.

Bundesweit bis zu  35 Millionen Euro Schaden
Bei der Hagelversicherung rechnet man bundesweit durch die Frostnächte derzeit mit bis zu 35 Millionen Euro Schaden im Obstbau. „Rund ein Drittel der gesamten Obstfläche, also rund 4000 Hektar, sind betroffen“, weiß Kurt Weinberger, Vorstandschef der Hagelversicherung. Negativ hat sich auch ausgewirkt, dass der Winter viel zu mild war und die Vegetation bis zu 14 Tage „vorne“ ist und Spätfröste umso gefährlicher sind. In Oberösterreich scheint man bisher mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

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