Je näher der Prozess der fünf Bankomatensprenger rückt, die im Vorjahr zwei Geldautomaten in Wels und Gmunden in Oberösterreich in die Luft jagten, desto mehr Details zu den Coups kommen ans Licht. Einer der Angeklagten lebte unter Decknamen in Wien und wollte Polizei durch Sprung aus dem zweiten Stock entkommen.
Ein Blitz, ein Knall, und schon sind sie wieder weg – oft mit Beute im sechsstelligen Eurobereich. Zurück bleiben Schäden, die den Wert des Diebesguts weit übersteigen: Die Rede ist von Bankomatensprengern.
Zwei wilde Anschläge
Eine fünfköpfige Bande aus Holland wird sich Mitte Juni im Landesgericht Wels zu verantworten haben, nachdem sie im Vorjahr in Wels und Gmunden zwei Bankfilialen in die Luft jagte. Wie die „Krone“ berichtete, hatte sie nach dem zweiten Coup ein Auto von Maturanten gestohlen und sich nach einigen Tagen im Versteck eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, die erst mit einem schweren Unfall an einem bayrischen Kreisverkehr beendet wurde.
Einer „sitzt“ in Deutschland
Vier der Täter warten bereits hinter heimischen Gittern. Der Fünfte wurde vor Kurzem wegen besagter Wahnsinnsfahrt in Bayern zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. „Über die Auslieferung des Fünften wird noch entschieden“, sagt Kerstin Kutsam von der Staatsanwaltschaft Wels.
Holländer verwendeten Fahrrad
Je näher der Prozess rückt, desto mehr Details werden bekannt. So hatten die Männer in der Nacht vor der Tat gegenüber der Bank ein Fahrrad mit Satteltasche abgestellt. Videoaufnahmen zeigen, dass in der Tasche Gegenstände deponiert wurden, die die Bande kurz vor dem Angriff abholte.
Verbindung zu Autohändler
Außerdem soll das Netzwerk mit einem niederländischen Autohändler in Verbindung stehen. Das kam ans Licht, als sich die Lenker eines holländischen Kastenwagens zwischen den Taten in Linz einer Kontrolle entzogen, das Fahrzeug wurde wenig später geparkt gefunden. Darin befanden sich ein Moped. Diese beiden Fahrzeuge und der Audi S8, der als Fluchtwagen hätte dienen sollen, aber durch die Sprengung beschädigt wurde, sind laut Anklage auf denselben Händler zurückzuführen.
„Undercover“ in Wien gelebt
Besonders kurios: Während drei Angeklagte in einem zuvor gemieteten und längst per Peilsender georteten BMW X1 Richtung Holland geflüchtet und verunfallt waren, flohen zwei weitere Täter unerkannt mit einem dunklen 7er-BMW. Einer der beiden, ein Brasilianer aus Holland, lebte noch bis Mitte Juli unter einem falschen Namen in Wien. Seiner Festnahme versuchte er durch einen Sprung aus dem Fenster im zweiten Stock zu entgehen – aber vergeblich.
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