Do, 16. August 2018

Wackeliger Deal

22.08.2011 21:06

Israel und Hamas einigten sich auf Gaza-Waffenruhe

Nach der blutigen Anschlagserie im Süden Israels sollen sich die radikal-islamische Hamas und Israel am Montag auf eine Waffenruhe im Gazastreifen verständigt haben. Ein Vermittler sagte, der Waffenstillstand sei bereits in Kraft. Nach Angaben eines Palästinenser-Vertreters habe sich die Hamas bereit erklärt, die Vereinbarung bei anderen Palästinenser-Organisationen durchzusetzen. Palästinensische Islamisten schossen allerdings auch am Montagabend noch weiter Raketen Richtung Israel.

Nach der von den Palästinensern bereits am Sonntag verkündeten Waffenruhe, vor allem aber aus Sorge vor Massendemonstrationen in Ägypten, war am Montagvormittag bereits berichtet worden, dass Israel Pläne für eine Bodenoffensive wie zuletzt 2009 im Gazastreifen verworfen habe. Diese Entscheidung habe das von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einberufene Sicherheitskabinett in der Nacht getroffen, berichtete das israelische Militärradio am Montag. Israel befürchte, mit einer Offensive Massendemonstrationen in Ägypten zu provozieren, die die Stabilität der Übergangsregierung in Kairo gefährden könnten, hieß es.

Noch in der Nacht zum Montag waren erneut Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Auch am Morgen seien fünf der selbst gebauten Raketen in Israel eingeschlagen, sagte ein Sprecher des israelischen Militärs. Am Abend wurden erneut zwei Abschüsse in Richtung Israel vermeldet. Auch die israelische Luftwaffe flog zuvor einen Angriff gegen das Gebiet am Mittelmeer.

Zahlreiche Tote auf beiden Seiten
Israelis und Palästinenser sind nach der Serie blutiger Anschläge im Süden Israels in einer Spirale zunehmender gegenseitiger Gewalt gefangen. Palästinensische Extremisten schossen nach israelischen Armeeangaben binnen 48 Stunden etwa 75 selbst gebaute Kleinraketen auf Israel ab.

Am Samstag wurde ein Israeli getötet, als eines der Geschosse in ein Wohnhaus in der Stadt Beersheba einschlug. Medienberichten zufolge wurden mindestens zehn weitere Menschen verletzt. Seit Beginn der Gewalt starben insgesamt neun Israelis und Dutzende wurden verletzt. Auf palästinensischer Seite wurden mindestens 15 Menschen getötet und etwa 50 verletzt.

Auch Beziehungen zu Ägypten steuern neuem Tiefpunkt zu
Der Tod von fünf ägyptischen Grenzschützern an der Grenze zu Israel stürzte zudem die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Israel und Ägypten in eine weitere Krise. Ägypten drohte mit dem Abzug seines Botschafters aus Tel Aviv, sollte sich Israel nicht formell entschuldigen. Die Ägypter werfen Israel vor, die Wachposten bei der Verfolgung der Eilat-Attentäter erschossen zu haben. Ob eine Erklärung des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak - er "bedauere" den Tod der Ägypter - als ausreichend anerkannt wird, ist unklar.

Nahostquartett ruft zu Zurückhaltung auf
Das Nahostquartett warnte angesichts der Entwicklungen vor einem "Risiko der Eskalation". Beide Seiten sollten Zurückhaltung üben. Die internationalen Vermittler aus UN, EU, USA und Russland verurteilten zugleich in einer gemeinsamen Erklärung die Anschläge in Israel. Sie sprachen von einem "feigen Akt" und "vorsätzlichem Terrorismus". Zugleich äußerte sich das Quartett besorgt über die "unhaltbare Situation" im Gazastreifen und die Sicherheitslage auf der Sinai-Halbinsel.

Menschen demonstrieren für Frieden
Nach Demonstrationen vor der israelischen Botschaft in Kairo demonstrierten auch in Jordanien zahlreiche Menschen gegen die Bombardierung des Gazastreifens durch Israel. In Tel Aviv beteiligten sich mehrere Tausend Menschen an einem Schweigemarsch. Dazu hatten die Organisatoren der im Juli begonnenen Sozialproteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und ungleiche Lebensverhältnisse aufgerufen. Auf mitgeführten Plakaten war zu lesen: "Solidarität mit dem Süden und mit Gaza", und viele der Teilnehmer riefen: "Juden und Araber weigern sich, Feinde zu sein!"

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