Das „Krone“-Gewinnspiel war ein Riesenerfolg: Es gab viele glückliche Gesichter im neuen Parlament, die Besucher waren überwältigt vom Prunkgebäude am Ring. Bei der Führung für unsere Leser am Mittwoch war sogar Bundeskanzler Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) der Überraschungsgast, die Teilnehmer der Donnerstags-Termine mussten sich „nur“ mit den überaus kompetenten und sympathischen Mitarbeitern des Besucherservices zufriedengeben.
Umfragen sehen immer wieder große Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. Das Parlamentsgewinnspiel der „Krone“ erzählt eine andere Geschichte. Tausende Österreicher haben mitgemacht. Die ersten der 50 x 2 Gewinner lösten Mittwochabend ihren Preis ein. Und sie bekamen mehr als versprochen. Die Gruppe aus knapp 40 Personen genoss nicht nur eine exklusive Führung durch das frisch sanierte Parlament und einen Genussgutschein für das neue Restaurant im Hohen Haus, Bundeskanzler Nehammer begrüßte die „Krone“-Leser persönlich und erklärte im Nationalratssitzungssaal, wie Plenarsitzungen ablaufen.
Nehammer zeigte seinen Platz und plauderte aus dem Nähkästchen über den politischen Alltag. Der 62-jährige Rudolf Zickl aus Wien wollte vom Regierungschef wissen, wie der Arbeitstag eines Kanzlers aussieht. „Es ist eine große Umstellung, wenn man Person des öffentlichen Interesses wird und überall erkannt wird“, antwortete der Kanzler. Er finde trotz des sehr arbeitsintensiven Jobs aber auch Zeit für die Familie, etwa zu Weihnachten.
„Politiker sind Amtsträger, aber auch nur Menschen“
Der Kanzler wird am Ende des Zusammentreffens ernst. „Es ist eine sehr fordernde Zeit. Die Angriffe sind härter geworden. Ich möchte Sie bitten, nicht zu vergessen, dass wir Amtsträge sind, aber auch Menschen.“ Nehammer scheint bei den meisten gut anzukommen. „Er kommt sympathisch rüber“, sagt ein Mann, der als SPÖ-Wähler lieber nicht namentlich genannt werden will, wie er augenzwinkernd hinzufügt. Nach dem Nationalratssitzungssaal geht es zum meist fotografierten Objekt des Parlaments: dem goldenen Bösendorfer-Flügel.
Das schöne Stück sorgte im Vorfeld der Wiedereröffnung des Parlaments wegen seiner Mietkosten von 3000 Euro im Monat für Furore. An diesem Abend entpuppt es sich aber als verbindendes Element. Als zwei Besucher kurz darauf spielen, entsteht in der Gruppe wie durch Zauberhand eine familiäre Stimmung. Man applaudiert und kommt ins Plaudern. Nur die übergroßen monochromen Bilder im sogenannten Empfangssalon kommen nicht so gut an. Mehrere Besucher beschweren sich bei der „Krone“ über die „furchtbaren Gemälde“.
„Wir haben die Demokratie verlost“
Umso schöner erscheint unmittelbar danach der Historische Sitzungssaal, auch Bundesversammlungssaal genannt. Das ist der absolute Höhepunkt und das Prachtstück des Hauses. Das ist in den Augen der Besucher zu sehen. „Das ist gewaltig. Man ist direkt geflasht“, staunt der 75-jährige Wiener Franz Hödl. Er ist wie die meisten Teilnehmer aus der Gruppe das erste Mal im Haus am Ring.
„Das war gut investiert“, sagen fast alle. Die Investitionskosten von über 400 Millionen Euro sind viel Geld, aber die Besucher sind zufrieden. „Ich finde es saucool“, freut sich die 29-jährige Kärntnerin Julia Wrann über ihren ersten Besuch im Parlament samt Kanzler-Begegnung. Herr und Frau Schemerka, ein Pensionisten-Paar aus Wien, ist ebenfalls begeistert und „stolz auf unser Land“. „Österreich ist ein gutes Land“, mit diesen Worten schloss Kanzler Nehammer seine Ausführungen.
Ganz ohne Kanzler, aber nicht minder informativ und unterhaltsam, ist es bei zwei weiteren Führungen am Donnerstag weitergegangen. Auch hier viel Staunen und Bewunderung für das neue Hohe Haus - mit einer Ausnahme: die übergroßen monochromen Bilder im sogenannten Empfangssalon kommen auch diesmal bei den Teilnehmern nicht gut an. Aber über Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten.
„Krone“-Chefredakteur Klaus Hermann: „Wir haben die Demokratie verlost und die Menschen freuen sich über ihr schönes, neues Parlament.“
Jeder Bürger kann das Parlament zu den Öffnungszeiten (Mo-Fr, 8-19 Uhr, und Sa, 9-17 Uhr) jederzeit besuchen. Dazu muss man sich auf der Homepage registrieren und bekommt einen persönlichen QR-Code. Dieser dient zusammen mit einem Lichtbildausweis als Eintrittskarte. Führungen sind kostenlos. Das Restaurant „Kelsen“ ist bis 23.30 Uhr geöffnet.
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