Bargeld ist immer noch das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel an der Ladenkasse, doch während der Pandemie haben Kartenzahlungen im Euroraum zunehmend an Bedeutung gewonnen: Gemessen am Wert übertrafen sie erstmals Barzahlungen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Demnach ist Österreich in einem Punkt sogar EU-Spitzenreiter.
Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher (60 Prozent) hält es für wichtig, Bargeld als Zahlungsoption zu haben, um den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten und ihre Privatsphäre zu schützen. Der Studie zufolge wurden daher in diesem Jahr 59 Prozent der Transaktionen am Verkaufsort in bar abgewickelt. Vor drei Jahren waren es noch 72 Prozent. Scheine und Münzen sind demnach weiterhin das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel in Geschäften bei kleineren Summen.
Und nirgendwo innerhalb der EU befinden sich mehr Scheine und Münzen im Geldbörsel als in Österreich, nämlich im Schnitt 121 Euro (EU-Durchschnitt: 110 Euro). Damit positioniert sich Österreich, wenn auch knapp, vor Luxemburg (120 Euro) und Zypern (113 Euro) als Bargeld-Spitzenreiter. Dem gegenüber stehen die Niederländer, die durchschnittlich nur 46 Euro an Bargeld mit sich führen. Im Vergleich zu 2019 stieg die Bargeldnutzung hierzulande sogar um drei Prozentpunkte.
Karte bei größeren Beträgen bevorzugt
Größere Beträge zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher im Euroraum allerdings am häufigsten mit Karte. Der Anteil der Zahlungen mit Karten an den Transaktionen stieg im Vergleich zur letzten Befragung 2019 um neun Prozentpunkte auf 34 Prozent, wobei Konsumentinnen und Konsumenten vor allem auf kontaktlose Zahlungen setzen. Karten gelten als schneller und einfacher in der Handhabung.
Mobiles Bezahlen zum Beispiel mit dem Smartphone gewinnt bei den Menschen im Euroraum der EZB zufolge zwar an Bedeutung, der Anteil liegt aber bisher nur bei drei Prozent der Transaktionen und bei vier Prozent des Wertes. Der Anteil der Online-Käufe an allen täglichen Transaktionen im Euroraum stieg auf 17 Prozent, gegenüber sechs Prozent im Jahr 2019.
EZB-Bekenntnis zum Bargeld
„Die EZB setzt sich dafür ein, dass die Verbraucher sowohl jetzt als auch in Zukunft frei wählen können, wie sie bezahlen wollen“, versicherte Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. „Mit unserem Bekenntnis zum Bargeld und unserer laufenden Arbeit an einem digitalen Euro wollen wir sicherstellen, dass das Bezahlen mit öffentlichem Geld immer eine Option ist.“
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