23.07.2022 12:55 |

„Große Risiken“

Offener Brief: Innauer warnt vor Frauen-Skifliegen

Anton Innauer, erfolgreicher Ex-Aktiver, ehemaliger Skisprung-Cheftrainer und auch Sportdirektor für Skisprung und Nordische Kombination im ÖSV, hat in einem offenen Brief an den Internationalen Skiverband FIS „große Risiken“ im Zusammenhang mit dem Frauen-Skifliegen zu bedenken gegeben. Die FIS hatte sich im Frühjahr dafür ausgesprochen, Frauen im März vom großen Bakken in Vikersund (Norwegen) starten zu lassen. Für Innauer ist das keine ausgereifte Idee.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Innauer sieht in dem in heimischen Medien veröffentlichten Schreiben „wichtige biomechanische, medizinische, und ethisch moralische Argumente“, die einer solchen Entscheidung entgegenstehen. „Der relevante Unterschied zu ihren männlichen Sportkollegen liegt nicht so sehr in der sportlichen Leistungsfähigkeit, sondern in den zu erwartenden Problemen bei einem typischen Skiflugsturz, wie ihn Daniel Andre Tande oder Thomas Morgenstern in jüngster Zeit erlebt hatten“, schrieb Innauer.

So sei „der Körper einer, in unserer Sportart auf Leichtgewicht getrimmten Frau, aufgrund des geschlechtsspezifisch geringeren Muskelanteils am Gesamtkörpergewicht, weniger widerstandsfähig als der eines Mannes“, führte der 64-Jährige aus. Die Kombination aus im Vergleich zu den Männern erhöhter Anlaufgeschwindigkeit und für Innauer daraus folgender erhöhter Aufprallwucht könne sich fatal auswirken. Dieses „größere Risiko für Frauen ist zu würdigen und zu bewerten“, forderte Innauer.

Forderung nach einer „ruhigen und fachkundigen Beurteilung“
„Es geht am Kern einer ausgewogenen und verantwortungsvollen Beurteilung vorbei, wenn physikalisch-biomechanische Zusammenhänge und Unterschiede und die dadurch drohende Gefahr fahrlässig negiert werden und schwerpunktmäßig eine Gleichstellungsdebatte daraus gemacht wird“, betonte Innauer. „Der vorliegende Sachverhalt ist in mehreren Dimensionen heikel, aber umso mehr bedarf er einer ruhigen und fachkundigen Beurteilung, gerade auch von oberster Stelle.“

Innauer monierte nicht zuletzt auch das angebliche Nachgeben gegenüber dem Druck von u.a. der Norwegischen Athletenvereinigung NISO, die ihr Anliegen „mit Verweis auf EU-Recht, Gleichstellung von Frau und Mann hinsichtlich Anstellung und Beschäftigung, dem Bosman-Urteil, dem ‘Gender Equality Act‘“, begründet und eine Aufhebung der Diskriminierung von weiblichen Skispringerinnen gefordert hätte.

Ein eigens eingesetztes FIS-Subkomitee hatte im April einstimmig beschlossen, dass die Premiere des Frauen-Skifliegens bei der Raw-Air-Serie in Norwegen im Frühjahr 2023 erfolgt. Demnach sollen die 15 besten Athletinnen der Wertung zum Abschluss vom Weltrekord-Bakken in Vikersund fliegen.

krone Sport
krone Sport
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 18. August 2022
Wetter Symbol