Teure Lebensmittel

Eigenmarken sind beliebt, doch Bio-Trend hält an

Tirol
19.07.2022 11:15

Der Lebensmitteleinkauf kostet uns immer mehr. Händler versuchen nun, die Steigerungen abzufedern, während Kunden teils auf billigere Marken setzen. Eine Prognose, in welche Richtung sich die Preise entwickeln, ist schwer aufzustellen.

Wir alle bekommen es tagtäglich zu spüren: Das Einkaufen wird teurer. „Die Summe vieler kleiner Faktoren macht es aus“, begründet das Stefan Mair, Gremialobmann des Lebensmittelhandels in der Tiroler Wirtschaftskammer. Zum einen lässt der Krieg in der Ukraine die Energiekosten steigen, zum anderen bestehen bereits seit Längerem Probleme bei Lieferketten.

„Teilweise bekommt man Waren nur mehr für einen immens hohen Preis“, erklärt Mair. Die Herausforderung bestünde darin, die Preise halbwegs zu halten. Das versucht auch der Tiroler Lebensmittelhändler MPreis. „Vollständig ist das aber nicht möglich“, betont der Konzern. Auch der Diskonter Hofer muss Preiserhöhungen teilweise an Kunden weitergeben. Man versuche jedoch, diese so gering wie möglich zu halten. „Wir arbeiten daher heute auch mit einer deutlich niedrigeren Gewinnspanne“, versichert Hofer und verweist zusätzlich, so wie auch Spar, MPreis und die Rewe-Gruppe, auf die jeweiligen Eigenmarken, die bei Kunden derzeit beliebt seien.

Eigenmarken legen zu, Bio liegt nach wie vor im Trend
Die Rewe-Gruppe, die in Österreich unter anderem Billa, Penny und Adeg betreibt, beobachtete in den vergangenen Wochen, dass die Kunden vermehrt auf eine Eigenmarke des Konzerns setzten – „allerdings haben wir das Sortiment in den vergangenen Wochen intensiv beworben“. Eine Abkehr von Bio bemerke man jedenfalls nicht, im Gegenteil. Auch hier seien Eigenmarken sehr gefragt.

Regionale Produkte sind weit weniger betroffen
Die Supermarktkette Spar verzeichnet steigende Preise „bei manchen Produkten, die direkt oder indirekt aus verschiedensten Getreiden hergestellt werden“. So seien zum Beispiel Mehl, Brot, Pasta, aber auch Futtermittel teurer geworden – durch die höheren Kosten von Düngemitteln und Energie.

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Spannend wird es, wenn es darum geht, Heizöl und Ähnliches für den Winter einzulagern.

Stefan Mair, Gremialobmann des Lebensmittelhandels in der Tiroler Wirtschaftskammer

„Kundinnen und Kunden merken das teilweise bereits in den Märkten und meiden jene Markenprodukte, die durch überzogene Preissteigerungen einiger Lebensmittelhersteller zu teuer geworden sind“, erklärt Spar-Vorstand Markus Kaser. Besser sieht es bei heimischer Ware aus. „Regionale Produkte sind im Verhältnis nicht in diesem Maße gestiegen“, erklärt Stefan Mair. Dementsprechend verzeichnen Direktvermarkter auch nur wenige Einbußen.

Entwicklung nicht vorhersehbar
Wie lange die Preissteigerung noch anhält, lässt sich laut Mair nicht seriös einschätzen. Noch spüre man eine Änderung im Kaufverhalten der Kunden nur vereinzelt. „Spannend wird es, wenn es darum geht, Heizöl und Ähnliches für den Winter einzulagern“, sagt der Gremialobmann. Er vermutet, dass die Bevölkerung dann bei anderen Ausgaben sparen wird.

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