29.06.2022 11:54 |

Mit 40 noch nicht satt

Nach bitterem Aus: Serena motiviert für US Open

Sie kämpfte bis zum Umfallen, am Ende reichte es knapp nicht. Mit 7:10 im Match-Tiebreak des dritten Satzes verlor Serena Williams bei ihrer Rückkehr auf die große Tennis-Bühne gegen Harmony Tan von Wimbledon. Es war bei ihrem 80. Grand Slam erst das dritte Mal, dass die US-Amerikanerin bereits in der ersten Runde scheiterte. „Ich gab alles, was ich an diesem Tag geben konnte“, seufzte Williams, die aber bereits für die US Open motiviert ist.

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Die „Krone“ berichtet aus Wimbledon


Selbst für Zuschauer, die nicht die größten Fans ihr sind, war es ein bewegender Anblick. Mit 40 Jahren nach zwölf Monaten ohne ein Match kämpfte Serena als hätte sie nicht schon 23 Grand-Slam-Titel gewonnen, sondern als würde es um ihren ersten gehen. Das merkte man beim Publikum. Siebenmal hatte Williams im Rasen-Mekka triumphiert, so wie gegen Harmony Tan war sie in Wimbledon aber noch nie angefeuert worden. Doch 40 Jahre und eine lange Pause kann auch eine Kämpfernatur wie sie nicht leugnen, am Schluss setzte es gegen die clever agierende und nicht minder hart arbeitende Französin Tan eine 5:7, 6:1, 6:7-Niederlage. „Wenn du ein Jahr lang nicht spielst, ist das etwas ganz Anderes, als wenn du Woche für Woche oder selbst alle vier Wochen spielst“, meinte Serena, dass ihr mehr die fehlende Matchpraxis zugesetzt hatte als ihr Alter. „Körperlich habe ich mich eigentlich nicht so schlecht gefühlt.“

Letztes Wimbledon-Match?
Erst rund zwei Wochen vor Turnierbeginn hatte Williams ihren Start in London zugesagt. Für fast alle überraschend. In der Vorwoche hatte sie in Eastbourne an der Seite der Weltranglisten-Zweiten Ons Jabeur zwei Doppelpartien gewonnen. Doch ein Einzel ist natürlich eine andere Kategorie, weit kräfteraubender. Alles andere als ein frühes Aus in Wimbledon wäre eine Überraschung gewesen. Doch Serena wäre nicht Serena und nicht so erfolgreich, wenn sie das so einfach akzeptieren würde. „Das ist keine letzte Erinnerung an Wimbledon, mit der ich zufrieden sein kann“, stellte sie fest, dass sie natürlich gerne im nächsten Jahr wieder an der Church Road aufschlagen würde, räumte aber zugleich ein, dass sie natürlich nicht wisse, wie es weitergehe. „Ich kann echt nicht sagen, ob es mein letztes Match in Wimbledon war.“

Doch es war deutlich sichtbar für alle, dass Williams noch immer hungrig ist. Das Match in Wimbledon soll nur ein Start gewesen sein. „Wer weiß, wo ich als nächstes spiele?“, meinte Williams, die immerhin Kraft hatte, auch nach drei Stunden noch zu laufen, im Match-Tiebreak eine 4:0-Führung gehabt hatte. Naheliegend ist, dass sie es zumindest bei den US Open ab 29. August wieder probiert.

„Ungeheur speziell“
„Wenn du daheim spielst und es der Ort ist, an dem du deinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hast, ist das ungeheuer speziell“, nickt Serena. „Ich fühle definitiv eine enorme Motivation, besser zu werden und daheim zu spielen.“

Gernot Bachler
Gernot Bachler
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