Causa Toni Kroos

Pariasek: „War ja wirklich eine depperte Frage“

Toni Kroos und sein „TV-Ausraster“ vor Millionenpublikum - auch Österreichs Star-Anchor Rainer Pariasek hat Notiz davon genommen. Ob er mit dem ZDF-Kollegen mitgefühlt habe, wollte krone.at telefonisch von ihm wissen. „Um ehrlich zu sein, nein“, so Pariasek. Begründung: „Es war ja wirklich eine depperte Frage.“

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Er habe sich gar ein wenig fremdgeschämt, gesteht Pariasek. ZDF-Mann Nils Kaben hatte nach dem Champions-League-Finale den frischgebackenen Fünffach-Champ Toni Kroos mit zwei „Sch***fragen“ in Rage gebracht. Unter anderem sprach er Kroos auf das „nicht selbstverständliche“ Bestehen Reals gegen Liverpool an. „Ich bin ehrlich“, sagt Pariasek, auf die Szene angesprochen: „Was soll Kroos auf so eine Frage denn antworten?“

Hier das inzwischen schon kultige Interview zwischen Kaben und Kroos in voller Länge, also auch inklusive der beiden - durchaus Kroos-huldigenden - Einstiegsfragen:

„Warum steht er nicht drüber“
So sehr sich in Pariasek beim Studium des Interviews auch Unverständnis breit macht - „ich verstehe aber auch nicht, warum Kroos da gerade in der Stunde des großen Triumphs nicht einfach drübersteht und sich lächelnd seinen Teil denkt“. Unterm Strich bleibt: „Ich habe mich großartig amüsiert und weiß auch, dass das alles ja auch ein bisschen Show ist.“

Wohlfahrt und Fink lassen grüßen
Eine Show, von der Pariasek mitunter auch schon Teil war. Der gelernte österreichische Fußball-Fan erinnert sich an legendäre Ausraster von Franz Wohlfahrt oder Thorsten Fink bei Pariasek-Interviews. „Bezüglich der Wohlfahrt-Szene habe ich im Nachhinein Verständnis“, erinnert sich Pariasek: „Er wollte damals seinen jungen Austria-Torhüter schützen, von dem wir in der Halbzeit-Analyse einige Patzer gezeigt hatten. In der Causa Fink - da ging‘s um eine strittige Abseitssituation - bin ich nach wie vor der Meinung, dass meine Frage berechtigt war.“

Zur Erinnerung:

Übrigens: Dass Pariasek auch über sich selbst lachen kann, bewies er etwa im Jahr 2017, als er von der „Krone“ den extra für ihn getextetenen „Rainer-Pariasek-Song“ sehr sportlich und humorvoll nahm:

„Hundertmal lieber“
Manch Journalist war nach der Kroos-Causa schnell mit einer Analyse zur Stelle: Die Journalisten hätten sich Kroos‘ Wehleidigkeit partiell auch selbst zuzuschreiben, weil sie über Jahre hinweg, zumal in Österreich, zu sehr auf Kuschelkurs mit den Protagonisten gegangen wären. „Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun“, meint Pariasek: „Dass wir Sportjournalisten die Sportler ab und zu womöglich mit Glace-Handschuhen angreifen, mag ja sein - trotzdem war das in der Situation eine völlig unpassende Frage.“ Und dennoch: „Solche Interviews sind ja Würze in der ganzen Sache und mir hundertmal lieber, als der Interviewte drischt eine nichtssagende Phrase nach der nächsten.“ So gesehen: Danke, Toni Kroos, danke, Nils Kaben.

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