18.03.2022 07:00 |

Uni mit Drogenanalyse

Studie belegt: Kufstein bleibt Kokain-Hotspot

Laut einer europaweiten Abwasseranalyse des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Uni Innsbruck (GMI) liegt der Pro-Kopf-Konsum des weißen Pulvers in der Festungsstadt Kufstein im österreichweiten Vergleich auf Rang eins. Drei weitere Drogenmonitorings sind in Tirol eingerichtet. Cannabis und Kokain sind in Österreich nach wie vor Spitzenreiter, Crystal Meth ist am Vormarsch.

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Nirgendwo sonst in ganz Österreich wurde innerhalb einer Woche des Abwassermonitorings so viel Kokain verzeichnet wie in Kufstein. Mit einem Tagesdurchschnitt von 401,61 Milligramm pro 1000 Einwohner liegt man damit deutlich vor jenem Wert des Wasserverbandes Hofsteig in Hard in Vorarlberg (351,72). Bei allen weiteren Suchtmitteln, mit Ausnahme von MDMA (etwa Ecstasy), landete die Stadt Kufstein in Tirol hinter der Stadt Innsbruck auf dem zweiten Platz.

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Ein Einwohner aus einer der zehn untersuchten Regionen trinkt im Schnitt täglich ein Glas Wein, raucht drei Zigaretten und konsumiert 0,06 Joints sowie rund ein Milligramm an aufputschenden Drogen.

Studienleiter Herbert Oberacher

Gemessen wurde im Rahmen des Drogenmonitorings der Uni Innsbruck vergangenes Jahr im Zeitraum von einer Woche täglich an den Zuflüssen von Kläranlagen in zahlreichen europäischen Städten. In Tirol waren das neben dem Standort in Kufstein auch Hall-Wattens, Innsbruck und Strass im Zillertal.

Deutliche Tendenzen der Suchtmittel in Österreich
„Ein Einwohner aus einer der zehn untersuchten Regionen trinkt im Schnitt täglich ein Glas Wein, raucht drei Zigaretten und konsumiert 0,06 Joints sowie rund ein Milligramm an aufputschenden Drogen“, erklärt Studienleiter Herbert Oberacher die Ergebnisse für Österreich. Neben Kokain wurde auch nach Spuren von Amphetaminen, Cannabis, MDMA und Methamphetamin gesucht. In Westösterreich und Südtirol wird Kokain in größeren Mengen konsumiert als in Ostösterreich. Der größte Pro-Kopf-Konsum an Wirkstoffen wie Amphetamin, etwa Speed, und Metamphetamin (Crystal Meth) ließen sich in Ostösterreich, speziell in Graz, beobachten.

Veränderter Konsum durch Maßnahmen der Pandemie
Eine klare Veränderung bei der Menge an Suchtmitteln ergab die Analyse der vergangenen beiden Jahre. „Auch wenn es regionale Unterschiede gibt, legen unsere Ergebnisse nahe, dass es insgesamt zu einem Rückgang beim Konsum von Partydrogen, insbesondere von MDMA, aber auch von Kokain und Cannabis, gekommen ist“, sagt Oberacher, der jedoch gleichzeitig vor dem steigenden Konsum von Crystal Meth warnt.

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