Geschäfte gestoppt

Russland verliert seine wichtigsten IT-Lieferanten

Elektronik
05.03.2022 12:15

Russland verliert mit Microsoft und Intel zwei der wichtigsten Zulieferer für seine Computer-Technik. Weges des Angriffskriegs in der Ukraine stoppen der Software-Riese und der Chipkonzern ihr Geschäft in Russland. Von Microsoft kommen neben dem Betriebssystem Windows unter anderem auch die Office-Büroprogramme. Intel ist der größte Anbieter von Prozessoren für Windows-PCs und Server. Auch Samsung, führend bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern, kündigte am Samstag an, die Ausfuhr seiner Produkte nach Russland zu stoppen.

Intel teilte am Freitag mit, man setze alle Lieferungen an Kunden in Russland aus. Auch Belarus, das die russische Invasion in die Ukraine unterstützt, wird nicht mehr versorgt. Microsoft schränkte ein, dass das Neugeschäft mit allen Produkten und Diensten gestoppt werde. Der Konzern hilft bereits der Ukraine bei der Abwehr von Cyberangriffen mutmaßlich russischer Hacker.

Google blockiert Anzeigen
Auch Google setzt sein Anzeigengeschäft in Russland bis auf Weiteres aus. Betroffen sei Werbung sowohl im Umfeld der Internet-Suche als auch bei der Videoplattform YouTube, teilte der Konzern unter anderem dem US-Sender CNBC mit. Zuvor hatte Google nur bestimmte Anzeigen rund um den Krieg blockiert.

PayPal setzt Dienst aus
Den Stecker zieht auch der US-Bezahldienstleister PayPal und setzt seine Geschäfte in Russland aus. Als Grund nannte PayPal-Präsident Dan Schulman in einer Erklärung die gegenwärtigen Umstände und verurteilte die russische Militärinvasion der Ukraine.

Samsung stoppt Exporte
Der südkoreanische Elektronikriese Samsung stoppte indes wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine die Ausfuhr seiner Produkte nach Russland. Der Konzern ist Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern. „Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen wurden die Auslieferungen nach Russland ausgesetzt“, teilte Samsung Electronics in einer am Samstag per E-Mail verschickten Erklärung mit.

Wie groß das Ausfuhrvolumen ist, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Samsung beobachte weiter aktiv „diese komplexe Situation, um unsere nächsten Schritte zu beschließen“, hieß es. Zugleich kündigte der Konzern an, die humanitären Bemühungen in der betroffenen Region einschließlich der Hilfe für Flüchtlinge mit einer Spende von sechs Millionen Dollar (etwa 5,5 Millionen Euro) zu unterstützen. Davon werde eine Million Dollar für Produkte der Unterhaltungselektronik gespendet.

SAP stellt Neugeschäft ein
Auch der deutsche Softwarekonzern SAP stellt sein Geschäft in Russland teilweise ein. Bestandskunden, die nicht unter die Sanktionen fallen, würden aber „im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen weiter bedient“, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage. Nicht äußern wollte er sich zu Geschäftszahlen in Russland und dazu, welche Geschäfte konkret eingestellt werden.

Neugeschäft wird es vorerst nicht geben: Der Verkauf sämtlicher Dienstleistungen und Produkte in Russland pausiere, hatte SAP-Vorstandschef Christian Klein am Donnerstag mitgeteilt. „Wie der Rest der Welt beobachten auch wir den Krieg in der Ukraine mit Entsetzen und verurteilen die Invasion aufs Schärfste“, so Klein.

Airbnb stoppt Vermittlungen, Apple Lieferungen
Als weiteres Tech-Unternehmen stoppte der Apartment-Vermittler Airbnb seine Aktivitäten in Russland und Belarus, wie Firmenchef Brian Chesky bei Twitter schrieb. Zuvor hatte bereits Apple Lieferungen seiner Geräte nach Russland sowie Dienste in dem Land eingestellt.

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