Starkes Ensemble

„Figaro lässt sich scheiden“ feierte Premiere

Kärnten
06.02.2022 15:23
Porträt von Tina Perisutti
Von Tina Perisutti

Nachdem Mozart Figaro zur Hochzeit verhalf, schickt Ödön von Horváth den Kammerdiener aus der Zeit der Französischen Revolution nun am Stadttheater zum Scheidungsrichter. Den Schwierigkeiten der Pandemie trotzend, bringt das starke Ensemble in einer vielschichtigen Inszenierung mit zusätzlicher Frauenpower das Stück nun endlich zur Aufführung.

Nach Erkrankungen und mehreren Verschiebungen beweist das Team um die Komödie „Figaro lässt sich scheiden“ nervenstarke Professionalität zur Generalprobe am Mittwoch. Mit Trompete und Klavier im Balkanstyle legen die Wladigeroff Brothers ein flottes Tempo vor, wenn das Grafenpaar Almaviva mit seinen treuen Dienstboten Figaro und Susanne vor dem Umsturz über die Grenze in eine neue Hoffnung flüchten.

Zu Figuren der Revolution oder der Gesellschaft, die eine Selbstbestimmung gerade für Emigranten nicht vorgesehen hat, werden die Charaktere. Diese drehen sich auf der Drehbühne wiederholt und zumeist unbewegt in trübem Licht durch die Türen eines, von traditionellem Zierrat befreiten, Wetterhäuschens (Bühnenbild Sophie Lux) im Kreis, geraten ins Rad der Zeit oder in Behördenmühlen. Witz und Tragik verpackt Regisseurin Martina Gredler bildreich, intensiv und vielschichtig in eine grundlegend schummrige Szenerie mit musikalischer Dynamik, die Fremdheit und Flucht durch südländische Töne oder Tango wie auch die Herkunft des Stoffes etwa mit Mozart, durchklingen lässt.

Den Frauen gibt sie dabei eine zusätzliche Stimme, die eine weibliche Sicht auf das Scheitern von Beziehungen wirft. Anfangs komödiantisch-gewitzt wandelt sich Florian Carove als Figaro zum angepassten, hoffnungslosen Selbstständigen. Lebhaft, mit großer Geste und weiblicher Frische versucht Hanna Binder als seine Frau Susanne ein Familienglück aufzubauen und scheitert daran.

In distanzierter und blassgrauer, kühler Vornehmheit schafft auch das Grafenpaar (Dominik Warta, Elisa Seydel) keine dauerhafte Gemeinsamkeit. Ausdrucksstark und facettenreich überzeugt das Ensemble nicht zuletzt mit einer Gesangseinlage von Katarina Hartmann. Termine und Karten: www.stadttheater-klagenfurt.at

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