Bauern betroffen

Die Bauwut verschlingt wertvolle Anbauflächen

Steiermark
31.01.2022 07:00

Südlich von Graz liegt auch das zweitgrößte Gemüseanbaugebiet Österreichs. Bodenfraß lässt bei Bauern die Alarmglocken schrillen.

Der Grazer Krauthäuptel ist wohl das bekannteste Aushängeschild des zweitgrößten Gemüseanbaugebiets Österreichs. Fruchtbare Böden und das passende Klima lassen südlich der Landeshauptstadt Gemüse in bester Qualität wachsen. Doch immer öfter geraten die wertvollen Ackerflächen ins Visier von Grundstücksspekulanten. Die Nachfrage nach Boden ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.

Bauern bekommen Post von Immobilienfirmen
Diese Erfahrung machte auch Gemüsebauer Markus Hillebrand aus Premstätten: „Vor ein paar Tagen haben auch wir zum ersten Mal Post von irgendeiner Immobilienfirma bekommen, die Interesse an unseren Grundstücken zeigt.“ Er habe den Brief weggeworfen. „Wir sind ein praktizierender Betrieb und machen es mit Freude. Verkaufen ist für uns kein Thema.“

Dass aber so mancher Bauer bei den gebotenen Summen schwach wird, sei nachvollziehbar, sagt Manfred Kohlfürst, Obmann der Landwirtschaftskammer Graz-Umgebung: „Die Preise sind enorm gestiegen. Bauern, die ihren Betrieb erweitern wollen, können da nicht mehr mitbieten. Da verkaufen sie lieber gleich.“

Regionale Lebensmittel wichtig für Versorgung
Langfristig könnte diese Entwicklung uns alle treffen: „Mir ist bewusst, dass die Region ein attraktiver Wirtschaftsraum ist. Aber die Ausmaße der Flächenversiegelung sind inzwischen schon immens“, sagt Hillebrand, der sich gemeinsam mit der Stadt Graz intensiv mit dem Thema Versorgungssicherheit beschäftigt. „In Zeiten wie diesen haben wir gemerkt, wie wichtig die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln ist und wie schnell die Regale leer sein können.“

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