19.01.2022 20:00 |

Preisdruck bei Bauern

Für heimische Ware müssen Kunden bald mehr zahlen

73.000 steirische Bauern gab es noch vor fünf Jahrzehnten, gerade einmal knapp die Hälfte ist es jetzt - und den Landwirten werden die Daumenschrauben noch enger angezogen. Die Produktionskosten explodieren derzeit - das und weitere hohe Anforderungen werden auch die Preise für heimische Produkte steigen lassen.

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Mit Corona ist vielen Steirern bewusst geworden, wie wichtig Versorgungssicherheit und heimische Lebensmittel sind; die Direktvermarktungsstellen sind wie die Schwammerln aus dem Boden geschossen und werden kräftig frequentiert. Jedoch ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Agrarlandesrat Hans Seitinger geht davon aus, dass regionale Produkte künftig teurer sein werden - weil sich die Produktionskosten derartig erhöht haben und „der Handel diese Spanne allein nicht tragen wird können“.

Beispiele: Die Kosten für Treibstoff seien im Schnitt um ein Viertel gestiegen, die Preise für manche Dünger sogar um nahezu 400 Prozent; das könnten die 35.000 steirischen Landwirte, die wir derzeit noch haben, allein nicht mehr „schlucken“. En weiteres Bauernsterben ist damit vorprogrammiert.

Zitat Icon

Es wird künftig auch Preissteigerungen bei Produkten geben müssen, weil die Produktionskosten explodieren.

Agrarlandesrat Johann Seitinger

Besseres Internet am Land gefordert
Die Standesvertretung hat weitere wichtige Punkte auf der Agenda für 2022, darunter die „digitalisierte Landwirtschaft“ mit besserem Netzausbau und vermehrtes Anlegen von Blühflächen, die immer noch Mangelware, aber überlebensnotwendig für viele Tiere wie Schmetterlinge sind.

Verschandeln Fotovoltaik-Anlagen die Landschaft?
Man will stromautarker werden, indem Hühnerausläufe mit „intelligenten“ Fotovoltaik-Anlagen versehen werden; solche allerdings auf gutem Ackergrund aufzustellen - wie es derzeit in unserem Bundesland um sich greift und von vielen Steirern als Landschaftsverschandelung gesehen wird -, verurteilt Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher scharf.

Ein wesentlicher Punkt: Die jahrelange „Taktiererei“ bei verpflichtender Herkunftskennzeichnung auch in der Gastronomie müsse endlich aufhören, so die Forderung. „Der Gesundheitsminister muss sich endlich einen Ruck geben.“

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