02.01.2022 07:01 |

Volkskultur in Kärnten

Heute hauen wir einmal richtig auf die Pauke!

Vom Schlachtfeld in Kirchen und Orchester schaffte es die Pauke. Besondere Exemplare des arabischen Instrumentes wurden auf einem Friesacher Dachboden entdeckt.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Mit Pauken und Trompeten ins neue Jahr! Unter diesem Motto stehen einige Neujahrskonzerte, auch in der Bibel unterstreicht das Instrument freudige Ereignisse; beispielsweise die Befreiung des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten: Mirjam schlug auf die Pauke und tanzte vor ihnen her, heißt es in einem Lied. Psalm 150 ruft auf: Lobt ihn mit Pauken und Tanz!

Militärischer Einsatz
Die herrschaftlichen Pauken und Trompeten kamen mit den Kreuzzügen und den Mauren von Asien und aus dem Orient nach Europa und wurden vom militärischen zum liturgischen Instrument. Im Kloster Millstatt scheinen im Instrumentenbestand von 1774 neben „2 alte unbrauchbare Horn“ und „2 gebrochene Posaunen“ auch fünf Trompeten und 2 Pauken auf. In Friesach gab es 1805 „1 Orgel, 4 Violin samt Bogen, 1 Violon, 1 Viole, 4 Trompeten und 2 Pauken“ – diese zwei Barockinstrumente wurden 2005 auf dem Dachboden der Pfarrkirche entdeckt.

In Friesach wurden Pauken entdeckt
„Es begann wie im Grimmschen Märchen: Mein Freund und Leiter von ,Musica Claudiforensis’ Ingomar Mattitsch, das Bibliothekarsehepaar Uta und Rudolf Henning aus Ludwigsburg und ich haben während unserer jährlichen musikikonographischen Forschungen auf dem Dachboden der Pfarr- und Propsteikirche St. Bartholomä in Friesach diese zwei für Kärnten einzigartigen Pauken aus dem späten 18. Jahrhundert entdeckt; im äußerst bedauernswerten Zustand“, berichtet Gerfried Horand Leute in „KulturLandMenschen“ der Landsmannschaft (09/10 2021).

Leidenschaftlich restauriert
2015 restaurierte Goldschmiede- und Gürtlermeister Guido Kapsch die Pauken. Selten sei laut dem früheren Diözesankonservator Eduard Mahlknecht der Trichter über der Öffnung am Kesselboden, der die Schwingungen verstärkt.

Reinhard Toriser, der aus Kärnten stammende Solopaukist der Komischen Oper Berlin und Kenner historischer Pauken, beriet bei der Bespannung und Anfertigung der Stützen. Erst im Sommer 2017 wurden die Instrumente wieder gespielt.

Wer nicht musikalisch ist, kann dennoch auf die Pauke hauen, also ausgelassen feiern. Prosit Neujahr!

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 22. Jänner 2022
Wetter Symbol