22.12.2021 19:00 |

1326 Verletzte

Zahl der Radunfälle in Tirol nimmt jährlich zu

Radfahren - vor allem mit dem E-Bike - erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das zeigt nicht nur ein Blick auf den Fahrradmarkt, sondern leider auch auf die Unfallstatistik. Die Crashs und damit auch die Verletzten steigen Jahr für Jahr. Oft sind auch Fußgänger - klar die schwächsten Verkehrsteilnehmer - die Leidtragenden.

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Es geschah vor ein paar Wochen: Ein 63-jähriger Innsbrucker wurde beim Überqueren der Museumsstraße von einem Radfahrer regelrecht „abgeschossen“. Der Fußgänger knallte mit dem Kopf auf die Straßenbahnschiene. Umgehend kümmerte sich eine Anrainerin mit Verbandsmaterial um den stark blutenden Mann, der anschließend in die Klinik gebracht wurde. „Die Dame hat mir erzählt, dass sie solche Unfälle seit Monaten beobachtet und daher Verbandsmaterial bereits griffbereit hat“, erzählt das Unfallopfer der „Krone“.

„Das Tempo von manchen Radfahrern ist enorm“
Obwohl der „Pedalritter“ rasend schnell unterwegs war, trägt der Pensionist die alleinige Schuld am Unfall. Er hätte nämlich einen Zebrastreifen benützen müssen. „Ich kann nur froh sein, dass der Radfahrer nicht verletzt wurde, sonst hätte ich wohl noch Schmerzensgeld zahlen müssen“, meint der 63-Jährige, dem - wie vielen anderen - die Geschwindigkeit mancher Drahtesel ein Dorn im Auge ist.

Auch die Unfallzahlen sprechen diesbezüglich Bände. 2020 gab es so viele Unfälle wie noch nie. „Bei einem Drittel der Verkehrsunfälle mit Verletzten sind Radfahrer beteiligt“, bestätigt auch Günther Salzmann, oberster Verkehrspolizist Tirols, die besorgniserregende Entwicklung.

„Brauchen rücksichtsvolles Miteinander“
„Wir brauchen ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr. Dies heißt aber nicht, Fußgänger und Radfahrer auf schmale Wege zusammenzupferchen“, betont Christian Gratzer vom VCÖ, für den Konflikte unter den Verkehrsteilnehmern ein Indiz für Mängel bei der Infrastruktur sind.

Die vielen Radunfälle in Innsbruck sollen auch bei der Polizei bereits für Unmut sorgen. „Ein Tempolimit etwa auf der Museumsstraße und damit eine Einschränkung für den Radverkehr scheitert aber an der Stadtführung“, ärgert sich der 63-Jährige.

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