21.12.2021 05:59 |

Urteil in den USA

Schadenersatz und Filmrechte für GirlsDoPorn-Opfer

Ein Gericht in den USA hat den mehr als 400 Opfern der Porno-Website GirlsDoPorn 18 Millionen Dollar an Schadenersatzansprüchen zugestanden. Außerdem wurde die Übertragung der Urheberrechte der ohne ihr Einverständnis im Netz veröffentlichten Aufnahmen angeordnet. Das Urteil erlaubt es den betroffenen Frauen nun, die Löschung der Videos im Internet zu beantragen.

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GirlsDoPorn hatte junge Frauen unter Vortäuschung falscher Tatsachen mit aussichtsreichen Modeljobs geködert. Den Klägerinnen war zudem gesagt worden, dass ihre Videos nicht online erscheinen würden und nur für private Investoren oder DVDs in Übersee bestimmt seien. Tatsächlich waren die Aufnahmen der Amateur-Darstellerinnen jedoch auf GirlsDoPorn hochgeladen und auch auf anderen, frei zugänglichen Seiten verbreitet worden. Die Website hatte darüber hinaus, entgegen entsprechender Zusagen, dass ihre Namen nicht mit dem Material verlinkt würden, identifizierende Informationen der Frauen in Internetforen Dritter mitgeteilt.

Das Urteil erlaubt es den insgesamt 402 Opfern nun, gemäß dem Digital Millennium Copyright Act eine sogenannte Takedown-Mitteilung zur Löschung ihrer Videos gegen Websites zu beantragen, auf denen ihre Filme nach wie vor zu sehen sind.

„Dies ist ein äußerst wichtiges Urteil, das den Opfern die Macht zurückgibt, indem es ihnen die Kontrolle über die Bilder und Videos gibt, die ihnen so viel Schmerz und Leid zugefügt haben“, sagte der amtierende US-Staatsanwalt von Südkalifornien, Randy Grossman. „Wir hoffen, dass dies den Opfern hilft, ein schwieriges Kapitel in ihrem Leben abzuschließen.“

Lange Haftstrafen
Mehrere der an GirlsDoPorn beteiligten Personen wurden inzwischen verurteilt, darunter Ruben Andre Garcia, der als Anwerber, Produzent und Darsteller für das Portal tätig war und im Juni zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. „Dieser Angeklagte hat ein Opfer nach dem anderen mit gefälschten Modelanzeigen, falschen Versprechungen und betrügerischen Scheinfirmen angelockt und ist schließlich zu Drohungen übergegangen, um diese Frauen zu zwingen, Sexvideos zu drehen“, so Grossman anlässlich der Verurteilung.

Nach Betreiber wird weiterhin gefahndet
Nach wie vor gefahndet wird nach dem ehemaligen Betreiber und Miteigentür von GirlsDoPorn, Michael James Pratt, der junge Frauen dazu gezwungen haben soll, sexuell eindeutige Inhalte für die Website zu filmen. Anfang Oktober erhöhte das FBI die maximale Belohnung für Informationen, die zu seiner Verhaftung führen, auf 50.000 Dollar (rund 44.355 Euro). Die US-Bundespolizei geht davon aus, dass die Zahl seiner mutmaßlichen Opfer in die Hunderten geht.

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