01.12.2021 12:04 |

Steinbäcker sauer

Rüge für Kickl: „Großvater dreht sich im Grab um“

Gert Steinbäcker, Mitglied der 2014 aufgelösten Band S.T.S., kann mit dem Auftreten von FPÖ-Chef Herbert Kickl in der Corona-Krise offensichtlich wenig anfangen. Das Austropop-Urgestein ließ über seine PR-Agentur ausrichten, was er davon hält, dass „ein Herr Kickl Zeilen aus meinem Großvater-Lied“ verwendet hat .... 

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„Ich habe gehört, dass ein Herr Kickl Zeilen aus meinem Großvater-Lied bei einer Pressekonferenz für eine Impfgegner-Demo verwendet hat“, wird Steinbäcker von der Agentur Release PR zitiert. Und weiter: „Dazu kann ich nur sagen, dass mein Großvater sich im Grabe umdrehen würde, wenn Sätze, die er gesprochen hat, in einem Zusammenhang wie diesem benutzt werden“, so der ehemalige S.T.S.-Sänger in einem schriftlichen Statement.

Kickl hatte zuvor offenbar die Zeilen „Niemols Gewolt, olles bered’n, ober a ka Ongst vor irgendwem“ für eine Demo-Ankündigung verwendet, um darauf hinzuweisen, wie friedlich die letzten Anti-Maßnahmen-Kundgebungen in Graz verlaufen waren.

„Mehr tun, als Herrn Kickl bitten, kann ich leider nicht“
Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ erklärte Steinbäcker später, dass er daraufhin „sofort seinen Anwalt kontaktiert“ habe. „Aber mehr als den Herrn Kickl bitten, das in Zukunft gefälligst zu unterlassen, kann ich leider nicht tun.“ Rechtlich gebe es da wenig bis keine Handhabe. Wenn Kickl das Lied singen oder bei einer Veranstaltung abspielen würde, wäre das etwas anderes.

Außerdem hatte Kickl den Sänger „wohlweislich“, so Steinbäcker in der „Kleinen“, nicht mit der Impfgegnerschaft in Zusammenhang gebracht. Steinbäcker finde es jedenfalls „ganz schlimm, dass dieser, gelinde ausgedrückt, obskure Verein Textzeilen von mir verwendet“.

Steinbäcker (69) hatte sich in der Vergangenheit des Öfteren kritisch gegenüber heimischen Rechten geäußert oder auch mit S.T.S. geringschätzende Liedtexte veröffentlicht. „Rechtspopulisten gibt es natürlich überall, aber nicht in einer derartigen Kasperlform“, sagte er etwa 2010 in einem Interview über FPÖ und BZÖ.

Wie berichtet, hatte sich FPÖ-Chef Kickl erst kürzlich nach einer überstandenen Corona-Infektion zurückgemeldet. „Ich bin wieder da, ich bin gesund und munter“, verkündete der 53-Jährige am Dienstag bei einer Pressekonferenz - um gleich weiter Öl ins Feuer zu gießen: „Der Widerstand wird größer, lauter und organisierter, weil die Menschen spüren, dass da irgendwas nicht stimmt“, meinte Kickl. Bei der Demo in Graz fanden sich zuletzt 25.000 Menschen ein.

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