24.11.2021 08:00 |

Termin bringt nichts

Ewiges Warten vor Tirols Impf- und Testzentren

Fleißig Stiche verabreicht werden dieser Tage in den Impfzentren in Tirol. Allein am Montag waren es über 5000 Impfungen. Auch der Ansturm bei Teststraßen, Ärzten und Apotheken für einen PCR- oder Antigentest ist enorm. Im Sinne der Pandemiebekämpfung ist das freilich zu begrüßen. Damit verbunden sind aber auch teils überlange Wartezeiten, die so manch einem Test- bzw. Impfwilligen sauer aufstoßen. Am Management wird - auch vom Personal selbst - lautstark Kritik geübt, wie ein Lokalaugenschein der „Krone“ am Dienstag zeigte.

Das Impfzentrum in der Innsbrucker Bachlechnerstraße hatte von 8 bis 13 Uhr die Tore geöffnet. Der erste Impfwillige stand bereits um 7 Uhr vor der Schiebetüre. Um 7.40 Uhr waren es rund 50 Personen, die auf ihren Stich warteten. „Weg frei“ hieß es erst um 8.15 Uhr. Da sehnten sich 150 Personen nach dem Stich. Die Impfwilligen schlängelten sich rings um die parkenden Fahrzeuge. Wie ein Wartender beobachtet haben will, „haben die Mitarbeiter des Impfzentrums bis zur verspäteten Öffnung noch eine Rauch- bzw. Kaffeepause eingelegt“.

„Organisation ist furchtbar!“
Ob man mit oder ohne Termin zur Impfung kommt, spielt keine Rolle. Auf der Homepage von „Tirol impft“ heißt es zwar, dass „Sie mit einer Terminbuchung Wartezeiten bestmöglich vermeiden können“. Vor Ort herrscht jedoch das Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Eine Frau in der Schlange kritisierte das lautstark: „Die Organisation ist furchtbar!“ Eine andere Impfwillige mit Termin erkundigte sich, warum sie so lange warten müsse. „Heute sind lediglich Personen hier, die einen Termin haben. Das Land Tirol hat leider einfach zu viele Termine vergeben“, wurde ihr lapidar mitgeteilt.

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Es sind fast nur Personen mit Termin hier. Das Land hat einfach zu viele vergeben.

Eine Mitarbeiterin im Impfzentrum

„Das Land hat zu viele Termine vergeben.“
Nachweislich wurden aber auch Personen ohne Termin geimpft, was auf der Homepage des Landes Tirol ebenso beworben wird: „Sie möchten sich spontan und ohne vorgegebenes Zeitfenster impfen lassen? Die Impfzentren haben kontinuierliche Öffnungszeiten.“ Das bestätigten der „Krone“ auch zwei Männer, die sich zu Mittag ihre Dosis verabreichen ließen. Einer mit Termin, einer ohne. Auch ihnen sagte eine Mitarbeiterin, dass fast nur Personen mit Termin hier seien. Und erneut: „Das Land hat zu viele Termine vergeben.“

„Das ist wie am Fließband“
Eine andere Angestellte meinte: „Die Großen schaffen an und wir Kleinen müssen hier teilweise zehn Stunden am Tag ausharren.“ Nach eineinhalb Stunden bekamen die beiden Männer ihren Stich.

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Ich schreibe und stemple hier in einer Tour, das ist wie am Fließband.

Ein Arzt

Ein Arzt, der das Administrative erledigte, sagte: „Ich schreibe und stemple hier in einer Tour, das ist wie am Fließband.“ Das Land dürfte auf die Probleme dann wohl reagiert haben. Denn am Nachmittag wurde eine Verlegung des Impfzentrums in die Messehalle angekündigt. Es wird ab Samstag täglich von 8 bis 18 Uhr offen sein.

17.500 Testungen pro Tag
Auch die Teststationen des Landes sind regelmäßig überfüllt. Lange Staus etwa bei der Olympiaworld in Innsbruck sind ein alltägliches Bild. Auf Nachfrage hieß es, dass „zwischen 16. und 21. November durchschnittlich 12.500 PCR- und 5000 Antigentests pro Tag durchgeführt wurden“.

Hinzu kommen noch die Testungen bei niedergelassenen Ärzten und den Apotheken. Darüber wird keine Statistik geführt.

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