16.11.2021 14:30 |

Hält sich nicht zurück

Giovinazzis bittere Reaktion auf seine Entlassung

Wie krone.at bereits berichtete, hat Alfa Romeo das letzte freie Formel-1-Cockpit für 2022 an Guanyu Zhou vergeben und damit als erster Rennstall einen Chinesen als Stammfahrer verpflichtet (im Video). Wie das Team am Dienstag mitteilte, ersetzt der 22-jährige Formel-2-Pilot den Italiener Antonio Giovinazzi. Dieser reagierte erbittert auf den Schritt des Schweizer Teams.

Alfa Romeo geht im kommenden Jahr mit einer neuen Fahrerpaarung an den Start. Für Routinier Kimi Räikkönen aus Finnland, der seine Karriere beendet, kommt Landsmann Valtteri Bottas von Mercedes. „Es ist sowohl aus sportlicher als auch aus kommerzieller Sicht großartig“, erklärte dazu Alfa-Romeo-Teamchef Fredric Vasseur. „Es ist eine große Chance für das Team und den Sport.“

Weniger begeistert war der langjährige Pilot von Alfa, Antonio Giovinazzi: Die Formel 1 sei „Talent, Maschine, Risiko, Geschwindigkeit“, schrieb der 27-Jährige in den Sozialen Netzwerken. Sie könne aber auch „rücksichtslos sein, wenn Geld die Regeln diktiert“. Giovinazzi verabschiedet sich also bitter enttäuscht in die Elektroserie Formel E. Er wird künftig für das Dragon-Team Runden drehen, verspricht aber noch eine Rückkehr in die Formel 1.

Kolportiert werden 25 Millionen Franken (23,74 Mio. Euro), um die das Team-Budget durch Zhous Ankunft aufgewertet wird. Geld, das Alfa Romeo im Hinblick auf die anstehende Regel-Revolution 2022 gut gebrauchen kann. Das Potenzial des chinesischen Marktes ist enorm. Seit 2004 fährt die Motorsport-Königsklasse in Shanghai, 2019 feierte die Formel 1 dort ihren 1000. Grand Prix. Wegen der Corona-Pandemie fand 2020 und 2021 aber kein Rennen in China statt, auch in der kommenden Saison fehlt das Reich im Kalender. Dennoch wurde der Vertrag bis 2025 verlängert.

Interessant:  In der höchsten Nachwuchsklasse liegt der 22-Jährige aus Shanghai aktuell für Uni-Virtuosi auf dem zweiten Rang der Fahrerwertung hinter dem australischen Prema-Mann Oscar Piastri. Dieser wechselt nächstes Jahr als Ersatzfahrer zu Alpine.

Verliebt
Zhou äußerte sich in seiner Heimat in „The Paper“ zu seinen Anfängen. Sein erstes Gefühl für Autorennen sei in jungen Jahren zunächst Angst gewesen. „Ich war sehr verängstigt“, berichtete er. „Ich war damals sieben Jahre alt, als ich erstmals in einem Gokart saß. Es war schon sehr spät im Vergleich zu anderen Fahrern. Viele begannen mit Rennen, als sie drei oder vier Jahre alt waren.“ Er habe damals nur auf dem Hintersitz eines Gokarts gesessen, das sein Vater gefahren habe. „Ich machte die Augen zu und habe sie nicht einmal geöffnet. Es fühlte sich an wie eine Achterbahnfahrt“, schilderte der künftige Formel-1-Pilot. Aber seine Eltern hätten dann gesagt, wo sie schon einmal alle da seien, warum er es nicht selbst ausprobiere. „So habe ich mich gezwungen, es zu versuchen, und ich habe mich darin verliebt - und liebe es seitdem.“

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