02.11.2021 11:30 |

Osterfestspiele

Thielemann spricht Richard Wagner

Am Sonntagabend verwandelte die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Chefdirigent Christian Thielemann gemeinsam mit einem famosen Solisten-Trio mit dem Wagner’schen Opernkonzert „Winterstürme“ das große Festspiel- in ein Tollhaus.
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Sensationell! So kann man das Konzert „Winterstürme“ vom vergangenen Sonntagabend bei den Salzburger Osterfestspielen mit einem Wort beschreiben. Unter der Leitung von Christian Thielemann faszinierte die Sächsische Staatskapelle Dresden über mehr als zwei Stunden mit Auszügen aus Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ – „Die Walküre“ und „Götterdämmerung“.

Mit dem bedrohlich klingenden „Orchestervorspiel“ im ersten Aufzug der Walküre wurde der Abend eröffnet. Die Gesangspartien in Teil eins besetzten Sopranistin Anja Kempe, der amerikanische Heldentenor Stephen Gould und Bass René Pape. Um eines vorwegzunehmen: Alle drei stellten eindrucksvoll unter Beweis, weshalb sie zu den führenden Wagner-Interpreten unserer Zeit gehören.

In einem wahrlich auf Augenhöhe brillierenden Trialog brachten sich die drei Sänger gegenseitig zu Höchstleistungen.

Der exzellente Pape hatte seine Rolle als „Hunding“ verinnerlicht wie kein Zweiter, wirkte mit seiner stark akzentuierenden Aussprache furchteinflößend, fast unheimlich. Aufgeregt, manchmal sogar leicht die Grenzen der Hysterie übertretend, sorgte Kempe als „Sieglinde“ für ein mitreißendes Hörerlebnis, das sie mit „Brünnhildes Schlussgesang“ im zweiten Teil des Konzerts zur Vollendung brachte.

Der Piz eines musikalisch meisterhaften Bergmassivs, die Sonne über dem klanggewaltigen Tal war aber Heldentenor Gould. „Siegmund heiß’ ich und Siegmund bin ich“ – Gould beschrieb seine Darbietung selbst am Besten. Von dieser gesanglichen Offenbarung der drei Solisten in Ekstase versetzt, gab es vom Publikum bereits zur Pause minutenlang frenetische Ovationen.

Ein Großteil erntete dabei Dirigent Christian Thielemann. Kaum einer spricht die Sprache Richard Wagners so wie der deutsche „Maestro“. Derart souverän lenkte er das mächtige Orchester über die Gefilde Wagners, war schlicht und einfach in seinem Element. Wahrlich sensationell!

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